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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
Entstehung
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753
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§ 56. Stadtrechte. 753

Ein deutsches Stadtrecht, dessen Grundlage eine 1275 entstandeneBearbeitung des Stadtrodels bildete, kam 1293 unter Graf Egon von Frei-burg zustande 86 . Die letzte Stadtrechtsl'assung erfolgte 1368 unter denHerzögen Albrecht und Leopold von Österreich 87 . Auf das FreiburgerStadtrecht gingen mittelbar oder unmittelbar die meisten oberrheinischenund schweizerischen Stadtrechte zurück 88 . Die bedeutendsten waren Frei-burg im Uchtland (1249) 89 , Murten 90 und Colmar (1278, 1293) 91 ,während das vielumstrittene Stadtrecht von Bern, angeblich von 1218,das aus der Freiburger Handfeste und dem Stadtrodel geschöpft hat,neuerdings mit Sicherheit als eine Fälschung aus dem Ende des 13. Jh.nachgewiesen ist 92 . Während diese und andere zähringische Städte wiedergrößere Kreise von Tochterstädten umfaßten, gingen in Freiburg i. Br.noch nach einer Urkunde von 1403 über 30 Städte und Dörfer, darunterWaldshut, Villingen 93 , Tübingen, Überlingen, Offenburg, zu Haupte 9 *. Dievermeintliche Bewidmung Freiburgs und der meisten Freiburger Tochter-städte mit dem Kecht von Köln (S. 750) hatte nur die allgemeine Be-deutung, daß die Rechte und Freiheiten der Kölner Kaufleute als Vorbildfür die Freiburger gelten sollten 95 .

86 Schreiber ÜB. 1, 74ff. 123ff. Gengier Stadtr. 134ff. Vgl. FlammEine Freib. R.-Sammlung 1340 (Alemannia 2 7.) "' Schreiber 1, 539ff.

88 Vgl. Schweizer Habsb. Stadtrechte u. Städtepolitik (Festg. f. Büdinger1898). Eine Reihe von Tochterrechten Freiburgs bei Gaupp 2, 38169. Auf derHandfeste beruhen Flumet (1228), Kenzingen (1249), Dießenhofen (1260), auf demBremgartner Text Bremgarten mit seiner Familie, Aarau, Brugg, Lenzburg, Colmarund Burgdorf (1273). Samml. Schweiz. RQ. XVI, 1. Bd. 4, Bremgarten u. Lenz-bmg 1909 (Merz); Bd. 1. Aarau 1898 (Merz); 2. Baden, Brugg 1899 (Welti u.Merz); 3. Kaiserstuhl, Klingnau 1905 (Welti); 5. Zofingen 1914 (Merz); 6. Laufen-burg, Meilingen 1915 (Merz); 7. Rheinfelden 1917 (Welti). (Vgl. Stutz ZRG. 41,567; Welti ZBemJurV. 43, 18.) Haff Waadtländer StR. (Moudon, Aigle, Rolle)J918 (ZSchwR. 2 38).

89 Zehntbauer Die Stadtrechte v. Freib. i. Ü. u. Arconciel-Illens 1906.Gaupp 2, 82ff. Font. rer. Bern. 2 Nr. 281. Lehr La Handfeste de Fribourg dansl'Uchtland 1880. Welti, Beitr. z. G. d. älteren StR. v. Freib. i. Ü. 1908 (Abh.Schweiz. R. 25; vgl. Stutz ZRG. 43, 470). Forel Memoires de la Suisse Romande27. Eine Sammlung von Freiburger Satzungen des 16. Jh. enthält das Stadtbuch(Municipale"), her. v. Schnell, Z. f. schw. R. 3739.

9n Gaupp 2, 152ff. Welti Freib. GBl. 1911, 115. 143.

91 Gengier Codex 617ff. Neben dem Freiburger StR. hatte. Cobnar auchdas ganz selbständige Breisacher StR. von 1275 (Gengier 308f.), wenn auchin geringerem Maße, benutzt, im übrigen war es ebenso wie das StR. von Freiburgim Uchtland eine selbständige Arbeit. Auf Colmar beruhte das StR. von Schlett-stadt, auf diesem das von Neuenburg im Breisgau, beide von König Adolf 1292verliehen. Vgl. A. Schulte, ZGO. 40, 97ff. Ausgabe: Merk 1913 (Oberrh. StR.II 3). Die reichhaltigen Rechtsquellen von Schlettstadt hg. von Geny 1902 (Oberrh.Stadtr., 3. Abt. 1).

92 Die Berner Rechtsquellen hg. von Welti (Samml. Schweiz. Rqu. 2, 1,1. 1902).

94 Vgl. Kraut Grundr.« § 8 Nr. 11. » Über Villingen u. Überlingen vgl. n. 77.Tübingen 1388 u. 1493 hg. Thudichum 1906. Auch Rottweil war zähringisch.Mack Rottw.Steuerb. 27.

95 Vgl. Huber Das kölnische Recht in den zähr. Städten 1881, Z. f. schw. R. 22.R- Schröder, Deutsche Eechtsgeschlchte. ". Aufl. 48