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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
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727
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§ 54. Rechtsbücher. 727

mit demselben Quellenstoff wie sein Vorgänger gearbeitet. Auf den Sachsen-spiegel hat er nicht wieder zurückgegriffen, sich vielmehr mit der imDeutschenspiegel vorliegenden Bearbeitung und "Übersetzung begnügt unddabei Mißverständnisse und Auslassungen seines Vorgängers teils einfachübernommen, teils auf eigene Hand zu verbessern gesucht. Bei Dsp. 110nahm er die Bearbeitung wieder auf und führte sie bis zum Schluß desLehnrechts durch, wobei er der praefatio rhythmica des Sachsenspiegels,aber in prosaischer Bearbeitung, den Platz am Ende seines ganzen Werkesanwies 45 . Als neue Quellen dienten ihm namentlich die deutschen PredigtenBertholds von Regensburg, Schriften des David von Augsburg, Isidor vonSevilla, Flavius Jösephus, Lex Baiuwariorum, die Kapitulariensammlungendes Ansegis und Benedikt, das römische Recht 46 , endlich in größerem Um-fang auch die Summa de poenitentia des Raimund von Peniafort (f 1275).Die Vorrede ist fast ganz aus Berthold und David geschöpft. Der Ver-fasser war ein Geistlicher von bedeutenden Rechts- und Geschichtskennt-

Schwsp., Wien. SB. 39 (1862). Laband Die Freiburger Schwsp.-HS., ZRG. 3, 125.Lindner Der Schwsp. b. d. Siebenb. Sachsen, ebd. 19, 86. Haiser Zur Genealogiedes Schwsp. 1876. Frensdorff, GGA. 1862 S. 257. Vgl. ferner ZRG. 3, 333ff.5, 303ff. 8, 318f. 12, 317. Zur Geschichte des Schwsp. vgl. n. c8. RockingerZur näheren Bestimmung der Zeit der Abfassung, Münch. SB. 1867 S. 408; ÜberSpuren der Benützung des kais. Land- u. Lehenrechts im 13. Jh., ebd. 1889 S. 119;Berthold v. Regensburg und Raimund von Peniafort im Schwsp., Münch. Abh. 13(1877); Der Könige Buch u. der Schwsp., ebd. 17 (1883); Über die Abfassung deskais. Land- u. Lehnrechts, ebd. 18 (1888) S. 275. 561; Deutschenspiegel, sog.Schwabenspiegel, Bertholds v. Reg. deutsche Predigten, ebd. 23 (190305); Vonder Zeit der Abfassung d. kais. Land- u. Lehenrechts, ebd. 24 (1906). PickerEntstehungszeit des Schwsp., W. SB. 77 (1874). Strobe Berth. v. Reg. u. derSchwsp., ebd. 91 (1878). Laband Beiträge z. K. des Schwsp. 1861. Merkel Derepublica Alamannorum 1844. Huber, G. d. Schweiz. Priv.-R. 39. v. AmiraGrundr. 3 64ff. Brunner Grundz. 6 112ff. Stobbe Rqu. 1, 333ff. SchönbachStudien z. G. d. altd. Predigt, 6. Überlieferung der Werke Berth. v. Regensburg 3,WSB. 153 (besonders S. 80-102 des Sonderabdrucks), 1906. Hasenöhrl Arch.ÖG.93, 278ff. Man zitiert das Landrecht (Ausg. Rockinger oder Lassberg):Schwsp. R. 4. (L. 2) Schwab. Lehnr. R. 141 (L. 137).

45 Vgl. n. 43. Die Artikelordnung des Dsp. hat der Schwsp. nur insofern ver-lassen, als die in jenem den Schluß des Landrechts bildenden staatsrechtlichen Be-stimmungen nebst ihrem Gefolge (Dsp. 285353) im Schwsp. an einer früherenStelle (Schwsp. L. 11871) eingeschoben sind. Da aber einige Handschriften, dieim übrigen einer jüngeren Textklasse angehören, der Ordnung des Dsp. folgen, somuß der Schwsp. in seiner ältesten, sonst nicht überlieferten Gestalt diese Ordnungnoch festgehalten haben. Ebenso zeigen einige Handschriften der zweiten Klasseunflüsse des Ssp., die man früher unmittelbar auf diesen hat zurückführen wollen(vgl. n. 53), während sie offenbar ebenso auf den verlorenen Urtext des Schwsp.und weiter zurück auf eine vollere Form des Dsp. zurückgehen, man also anzunehmenhat, daß der nur in einer Innsbrucker Handschrift überlieferte Text des letzterenden ursprünglichen Wortlaut nicht vollständig wiedergibt. Vgl. Rockinger,Munch. SB. 75, 63ff.; Münch. Abh. 22, 637.

vom röm. R. haben Schwsp. u. Dsp. die Institutionen, das Authenticum« die Cap. Aegidii benützt, nicht aber den Brachylogus. Vgl. KantorowiczN. Arch. 38 (1913) 688.