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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
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704
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704 Mittelalter.

Mit Hanse 109 wurde zuerst die Gilde der niederrheinisch-westfälischcnKaufleute auf dem Stahlhof zu London bezeichnet, während die Lü-becker und Hamburger Kaufleute seit 1267 zwei eigene Hansen aberaußerhalb Londons, besaßen. Durch die vor 1282 erfolgte Verschmelzungdieser drei Hansen wurde dieHanse Alemanniens" oderGildhalle derDeutschen (Teutonen) in England" auf alle Deutschen, die mit EnglandGeschäfte betrieben, ausgedehnt 110 . Ähnliche Vereinigungen des deutschenKaufmanns waren das deutsche Haus in Venedig, das deutsche Kontor inBrügge und die deutschen Hansen in Wisby 111 auf Gotland, Schonen,

Inama-Sternegg WG. 3, 2 S. 282ff. Eichhorn St.- u. RG. 2, 168ff. 3, 294ff.Hansisches Urk.-B., 10 Bde 18761911. Hansische Geschichtsblätter seit 1871.

109 Über das Wort vgl. Grimm DWB. 4, 2 Sp. 462. Schiller-LübbenWB. 2, 242. Nd. KorrBI. 1908, 35; Feith Hans. GBl. 1907, 275. Stein ebd. 1909.53; 1912,483; 1913, 233. Ein Hansehaus (hanshus) besaßen die Bürger vonBoverleyschon zwischen 1119 u. 1135, u. zwar auf Grund derselben Freiheit, wie die Bürgervon York ihr Hanshaus hatten. Vgl. Stein, Hans. GBl. 1908 S. 2251 SchaubeS. 164. Grosse The Gild Merchant 2, 21. Das vorher nur im Tatian bezeugteWort scheint also ziemlich gleichzeitig im Auf. 12. Jh. in Engl. u. Flandern in Ge-brauch gewesen zu sein. Während die älteren Erklärungen das Wort als gleich-bedeutend mit Bruderschaft oder Gilde betrachten, nimmt E. Mayer (Würzb.Festgabe für Demburg 1900) hansa = Schutzgeld. K. Schaube (Festschr. desgerm. Ver. in Breslau 1902; Hist. VJSchr. 1912, 194) sieht in hansa ursprünglicheine Handelsabgabe, später eine Abgabe zur Erkaufung der Teilnahme an einemRecht, endlich dieses Recht selber (Handelsrecht). Den Hansgrafen erklärt er fürden mit der Erhebung dieser Abgabe und der Wahrung des Handelsrechts be-trauten Beamten. Erst Mitte des 13. Jh. sei hansa in Flandern auch zu einer Be-zeichnung für eine Genossenschaft von Kaufleuten geworden. Eine andere Meinungsieht in dem Hansegrafen einen genossenschaftlichen Beamten an der Spitze derKaufmannsgilden, der regelmäßig auch eine gewisse Gerichtsbarkeit in Handels-sachen ausübte. Vgl. Koehne Hansgrafenamt 1893 (vgl. Schaube GGA. 1893,664). Koehne Mitt. a. d. hist. Lit. 26, 316ff. Luschin Ost. Reichs-G. 233ff.Lössl Regensb. Hansgrafenamt, Verh. d. Ver. v. Oberpf. u. Regensb. 39. WerunskyÖstRG. 293. Morel Les juridictions commerciales au moyen-äge 108ff. PirenneLa Hanse Flamande de Londres 1899 (Bull, de l'Ac. de Belg. III. 37, 2). KunzeHanse u. Hansegrafen in Groningen, Hans. GBl. 1894 S. 129ff. Höhlbaum ebd.1898 S. 153f. Blök, Handel, en mededeel. d. nederl. Letterk. te Leiden 1895/96S. 163. Teusch Hansgraf KorrblSiebenbLk. 1913.

110 Vgl. Lappenberg Urkundl. G. d. hans. Stahlhofes zu London 1851.Höhlbaum, Hans. GBl. 1875 S. 21ff. 1898 S. 129ff. Pauli ebd. 1872 S. 15ff.Kunze ebd. 1889 S. 132ff. Engel ebd. 1914, 173. In den Jahren 1266 und 1267gab es in England noch eine eigene Hamburger, Lübecker, Kölner Hanse (Höhl-baum, Hans. ÜB. Nr. 633. 636), seit 1308 ist nur noch von der deutsehen Hanse{la haunsse de Alemaigne, hansa donviis mercatorum Aleinannie) die Rede, und dieserZustand wird 1320 als ein seit Menschengedenken bestehender bezeichnet (ebd. 2Nr. 128. 147. 358), die Verschmelzung hatte also geraume Zeit vor 1308 statt-gefunden. Doch hielt Köln noch 1324 daran fest, daß seine in England handel-treibenden Bürger die Hanse erwarben. Auch bestand eine mit der Kölner Hansein England korrespondierende Hanse in Köln selbst. Vgl'. Stein Hans. GBl.1908, 197ff. F. Schulz D. Hanse u. Engl, von Eduard 3 bis Hcinr. 8. 1911.

Bahr Handel u. Verkehr d. d. Hansa in Flandern im 14. Jh. 1911.

111 Vgl.Björkander,TillVisbystadsäldstahistorial898(SchlüterHans.GBl.

1909,455). FrensdorffD. Stadtrecht v. Wisby (Hans. GBl. 1916,1 ff.). Vgl. 711.745.