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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
Entstehung
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558
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558 Mittelalter.

späterer Zeit gelegentlich von Magnaten und Keichsstädten eingeholtwurden 31 . In der Eegel begnügte man sich bei Willebriefen wie Mit-besiegelungen mit der Zuziehung der hervorragenderen Fürsten, unterdenen namentlich die drei geistlichen Kurfürsten, im Laufe der Zeit aberüberhaupt die Kurfürsten in den Vordergrund traten, bis durch ein Nürn-berger Reichsweistum von 1281 festgestellt wurde, daß für alle Ver-fügungen des Königs über Reichsgut die Zustimmung der Mehrheit desKurfürstenkollegiums erforderlich sei 32 .

Nach der Goldenen Bulle (c. 12) sollten die Kurfürsten alljährlichvier Wochen nach Ostern in einer jedesmal vom König zu bezeichnendenReichsstadt ad tradandum de ipsius imperii orbisque salute zusammen-kommen, als solche qui solide bases imperii et columpne immobiles, guem-admodum per longinquas ad invicem terrarum consistunt distancias, iiade incumbentibus regionum sibi cognitarum defectibus referre simul et cm-ferre noverunt sanisque providencie sue eonsiliis non ignorant, accomoäistälium reformacionibus salubriter opem dare. Offenbar handelte es sichum ein von den Kurfürsten in Erinnerung an den Kurverein zu Kensevon 1338 verlangtes Zugeständnis, das der König aber ausdrücklich nurauf Widerruf machte (hac nostra ordinatione ad nostrum et ipsorum dum-taxat beneplaeitum duratura). Tatsächlich ins Leben getreten sind dieregelmäßigen Kurfürstentage nicht, nur in eigenen Angelegenheiten, zurBekräftigung und Erweiterung der Einung von 1338, sind die Kurfürstenauch fernerhin noch wiederholt zusammengekommen 33 .

§ 47. Das Heerwesen.

Waitz 8, 95—215. Ficker RFStand 2, 286ff.; Heerschild lOOff.; Eigentumam Reichskirehengut 117ff. (WSB. 72, 404ff.). Eichhorn St.- u. RG. §§294.437.Brunner Grundzüge 6 143ff. Heusler VG. 134ff. 141ff. E. Mayer Deutscheu. franz. VG. 1, 125ff. Homeyer System des Lehnrechts 376ff. Scholz Beiträgez. G. d. Hoheitsrechte d. deutschen Königs z. Z. der ersten Staufer 34ff. BaltzerZur G. d. deutschen Kriegswesens von den letzten Karolingern bis auf Friedrich II,Diss. Straßb. 1877. Spannagel Zur G. des deutschen Heerwesens vom 10. bis12. Jh., Diss. Leipz. 1885. Weiland Die Reichsheerfahrt von Heinrich V bisHeinrich VI, FDG. 7, 113ff. Rosenhagen Die Reichsheerfahrt von Heinrich VIbis Rudolf 1 1885. Lindt Beiträge zur G. des deutsch. Kriegswesens in der staufischen

31 Ficker 2, 120ff. 128f. 1381 Schwsp. R. 148 (L. 159).

32 MG. Const. 3, 296: nullius habere debeant rdboris firmitatem, nisi cowensu,maioris partis principum in electione Romani regia vocem habencium juennt ap-probata. Das Gesetz beanspruchte rückwirkende Kraft bis 1250,- also bis zu einerZeit, wo es noch gar kein geschlossenes Kurfürstenkollegium gab.

33 Vgl. Zeumer Goldene Bulle 1, 61ff. Weizsäcker Götting. Abh. 1886S. 40ff. Eichhorn 3, 312f. Ficker Zur G. des Kurvereins zu Rense, WSB. 11,1853. Höhlbaum Der Kurverein zu Rense, Götting. Abh. 1903. Über das BopparderBündnis von 1399 vgl. Reichstagsakten 3 Nr. 4L Über den vielfach unverdientaufgebauschten Binger Kurverein von 1424 ebd. 8 Nr. 294f. Lindner MJÖG. 13,394ff. Heuer ZGW. 8, 207ff.