536 Mittelalter.
(vgl. Fehr ZRG. 40, 549); Heerschild 51—124. 196ff. Schönherr Die Lehrevom Reichsfürstenstande des MA. 1914 (vgl. Götz ZRG. 48, 537.) Fehr Fürstund Graf ira Sachsenspiegel 1906 (Leipz. Berichte 58; vgl. Stutz ZRG 40408). Güterbock Neubildung des RFürstenstandes u. der Prozeß Heinriche desLöwen, Hist. Aufsätze f. Zeumer 1910 S. 247ff. v. Amira 3 130. BrunnerGrundz. 6 95. Heusler VG. 127. 143ff. 177ff. 184f. 189. 200. E. Mayer DFrz VG2, 361ff. Werminghoff (S. 11) 179—213. Blondel (S. 418) 88ff. Meister DVG.2106—115. Borger Belehnungen der deutsch, geistl. Fürsten 1901. BruckaufFahnlehn u. Fahnenbelehnung im alten deutschen Reiche 1907 (Leipz. Hist. Abh. 3)v. Dungern Dar Herrenstand im MA. I. 1908. Heck Sachsenspiegel u. Stände574ff. Köpke Widukind v. Korvei 108ff. Homeyer Syst. d. Lehnrechts 547ff.Rosenstock Königshaus u. Stämme 120ff. v. Below Deutsch. Staat 1. 233ff277. 285. 309. v. Wretschko GGA. 1900 S. 929ff. Weitere Literatur oben §39und bei Schönherr a. a. O. 1—5.
In dem Begriff des Reichsfürstenstandes hat sich während der Regie-rung Friedrichs I ein Wandel vollzogen, der uns nötigt, streng zwischenälterem und neuerem Reichsfürstenstand zu unterscheiden. Man kannden älteren als ein Erzeugnis des Beamtenstaates, den jüngeren als Er-zeugnis des Lehnstaates bezeichnen: dort entscheidet die Beamtenstellung,hier in erster Reihe die Stufe innerhalb der Lehnshierarchie oder Heer-schildsordnung.
Der ältere Reichsfürstenstand deckte sich im wesentlichen mit demBegriff des karolingischen Beamtenadels (S. 231 f.). Von den Geistlichenzählten zu den principes imperii sämtliche Bischöfe, die Reichsäbte undReichsäbtissinnen, d. h. die Vorstände der Reichsklöster, ferner der Reichs-kanzler, wahrscheinlich auch der Dompropst von Aachen, sonst aber keinePröpste 1 , von den Laien die Herzöge, Markgrafen, Pfalzgrafen, Grafenund Burggrafen, gleichviel ob sie unmittelbar unter dem König standenoder einem andern Fürsten untergeordnet waren. Den ersten Rang unterden Fürsten nahmen die Stammesherzöge ein (S. 425ff.), da ihrer Ober-hoheit nicht nur sämtliche Grafen, sondern zum Teil, auch die Bischöfe,Reichsabteien und Markgrafen ihrer Provinz unterstellt waren 2 . Reichs-unmittelbar wie sie waren nur die Pfalzgrafen von Lothringen und Sachsen,die Markgrafen der drei wendischen Marken, die Grafen der keinemStammesherzogtum einverleibten Gebiete (Thüringen, Friesland, Cur-walchen), der Herzog von Böhmen und die von der Unterordnung untereine Herzogsgewalt frei gebliebenen geistlichen Fürsten 3 . Durch die ausdem Zertrümmerungsprozeß der Stammesherzogtümer hervorgegangenenTerritorialherzogtümer (S. 424f.) wurde die Zahl der unmittelbaren Reichs-
1 Vgl. Ficker RFSt. 1, 70.
2 Vgl. S. 540f. Waitz 5 2 , 69. 74f. 7, 93. 131f. 1341 Helmoldi chroniconSlavorum 1, 69. 86. 2, 9. Der Herzog von Baiern war nicht nur Lehnsherr desMarkgrafen der Ostmark (bis 1156), sondern wahrscheinlich auch des Pfalzgrafsnin Baiern. Vgl. Ficker 84. Waitz 7, 172.
3 Vgl. S. 423ff. In Sachsen waren im 12. Jh. die Grafen von Arnsberg,Ravensberg, Winzenburg, Nordheim, Stade und Ballenstedt noch reichsunmittelbar.Vgl. Ficker 1, 86.