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diesen Erwägungen ausgegangen ist, wird durch die von ihm für not-wendig gehaltene Begründung der Ausschließung des Schenken bewiesen
Man hat die Wahltheorie des Sachsenspiegels mit Recht als eine„literarische Tat" bezeichnet. Eine Eeihe zeitgenössischer Aufzeichnungenmuß auf sie zurückgeführt werden. Auch der dem Dichter Reinmar vonZweter zugeschriebene Kurfürstenspruch steht unter dem Einfluß desSachsenspiegels, aber mit einer gewissen Polemik gegen diesen, indemer nach den drei „Pfaffenfürsten" ausdrücklich vier Laienfürsten nenntund an ihrer Spitze den Böhmen, den er förmlich zur Wahrung seinerRechte auffordert: her künec von Behem, dran sali ir gedenken, daz maniuch nent des riches werden schenken 22 .
In die Reichsverfassung hat die neue Wahltheorie, wie man vermutendarf, durch ein verloren gegangenes Reichsweistum Wilhelms- von Hollandaus dem Jahre 1256 Eingang gefunden, nun aber unter Beschränkungdes Wahlrechts auf die sieben Träger der Erzämter, die somit aus bloßenVorwählern zu alleinigen Mitgliedern des Wahlkörpers erhoben wurden 23 .Dementsprechend nannte die Proklamation, durch welche die WählerRichards dem deutschen Volke unmittelbar nach der Wahl (13. Jan. 1257)das Ergebnis verkündigten, als die zur Wahl Berufenen die Erzbischöfevon Mainz, Köln und Trier, den Pfalzgrafen Ludwig, den Herzog vonSachsen, den König von Böhmen und den Markgrafen von Brandenburg 24 .Als Teilhaber an der pfälzischen Gesamtstimme hatte Herzog Heinrich
bereits alle Bedeutung verloren hatte und fast obsolet geworden war. Vgl. n. 26.Stutz Erzb. Mainz 85. Krammer Kurrecht u. Erzkanzleramt 356ff. ZeumerGold. Bulle 213f.
22 Spruch 240. Vgl. Roethe Gedichte Reinmars von Zweter 134ff. 529.Lindner a. a. O. 171. Neuerdings hat Buchner MJÖG. 32, 225ff. die Polemikdes Dichters zugunsten des Böhmen als gegen den Lohengrin (n. 26) und nichtgegen den Sachsenspiegel gerichtet bezeichnet und demgemäß den Spruch nichtdem Reinmar, sondern einem Jüngeren, vielleicht seinem Schüler, dem Misensere,zugeschrieben. Mir scheint die Auffassung Roethes die riehtigere. Reinmar hattelange an Wenzels Hof gelebt und kannte dessen Beteiligung an den Wahlverhand-lungen von 1237 und 1239. Übrigens scheint Eike politische Gründe für die Nicht-berücksichtigung des Böhmen gehabt zu haben. Vgl. Weiland a. a. 0. 305ff.Schuster MJÖG. 2, 392ff. Bei seiner Beschränkung auf die Sechszahl könnteauch seine bekannte Vorliebe für eine Siebenzahl, die sich in Wirklichkeit als Sechs-
■ zahl herausstellt, mitgewirkt haben.
23 Vgl. Zeumer Böhm. u. bayr. Kur 2111; Ein Reichsweistum 415. Auf denAbschluß des Kurfürstenkollegiums seit der Wahl von 1257 deuten auch diezwischen 1257 und 1266 unter der Regierung Richards entstandenen Statuen dersieben Kurfürsten an der Stirnmauer des älteren Aachener Rathauses. Vgl.Loersch FDG. 13, 379. Siehe auch Lindner 170. 173. 1751 Herr ProfessorKarl Lehmann machte mich auf c. 345 der um 1265 entstandenen Hakonar sagaaufmerksam, die zum Jahre 1260 berichtet, König Magnus habe einen Gesandtenzum Sachsenherzog geschickt, „weil er einer von den sieben Männern war, die denKaiser wählen sollten".
24 Vgl. MG. Const. 2, 4841 500. Zeumer Böhm. u. bayr. Kur 215ff. Lindner147ff.