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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
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472
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472 Mittelalter.

fälischen Landesteilen (n. 5) durch gewisse gerichtliche Befugnisse überdie unterste Klasse der Gemeinfreien erhoben, aber doch durchaus nochzu den Bauern zählten (n. 62).

Neben dem freien Ritterstand hätte sich der Stand der unfreienRitter, der Ministerialen oder Dienstmannen ausgebildet 8 . Wieaus jenem der hohe t so ist aus diesem der niedere Adel hervorgegangen.Hatte das Wort minister oder ministerialis in der fränkischen Zeit nurim allgemeinen die höheren Klassen der Unfreien bezeichnet, so nahmes im Lauf der Zeit gleich dem entsprechenden dienstman eine bestimmteBedeutung an 9 . Man verstand darunter nur Dienstleute des Königs undder Großen, und zwar solche, die unter Befreiung von anderen Dienst-pflichten und Abgaben als Reisige (equitando serviunt) zu Boten- undGeleitediensten (itinerarii, scamrii, scaremcmni) oder zu Jagd und Krieg,oder im Hof- oder Verwaltungsdienst, zumal in der wirtschaftlichenLokalverwaltung (Förster, Zöllner, Meier), verwendet wurden 10 . Das

8 Vgl. S. 236. Ahrens Die Ministerialität in Köln u. am Niederrhein 1908(Leipz. Abhandl. 9; vgl. Oppermann, Westd. Z. 30, 409ff.). F. AndreaeOpmerkingen over de ministerialiteit in Nederland, Amsterd. Versl. en Mededel.12, 322. v. Below, bei Hoops 3, 225; Ministerialität, HWB. d. Staatsw. 2, 589.Caro Zur Ministerialenfrage, Nova Turicensia 1911 S. 77. Fajkmajer DieMinisterialen des Hochstifts Brixen 1908 (Z. d. Ferdinandeunis III. F. 52; vgl.Stutz ZRG. 42, 448). Ficker Reichsfürstenstand IL 1, 207ff. FrensdorffR. d. Dienstmannen d. Erzbisch, zu Köln 1883 S. 13ff. Fressel Das Ministerialen-recht der Grafen v. Tecklenburg 1907 (Münst. Beitr. z. G.-Forschung NF. 12;vgl. Fehr, ZRG. 41, 453). v. Fürth Ministerialen 1836. Hasenöhrl (S. 467)67ff. Heck Ursprung d. sächs. Dienstmannschaft (VJSchr. Soz.-WG. 1907,Heft 1. 2). Heckmann Zur Entw.-G. der Ministerialität, Hall. Diss. 1895.Heusler DVG. 163ff. Keutgen Entsteh, d. deutsch. Ministerialität, VJSchr.Soz.-WG. 1910). Kluckhohn Die Ministerialität in Süddeutschland 10.—13. Jh.1910 (Zeumer Qu. u. Stud. IV. 1; vgl. Schröder, ZRG. 43, 633; KeutgenD. Lit.-Zeitg. 1910 Nr. 50). K. Lehmann, bei Hoops 3, 226. E. Mayer DPrVG.2, 183ff. Meister DVG. 2 116ff: Merz a. a. O. (S. 468). Molitor Der Stand derMinisterialen auf Grund sächsischer, thüring. u. niederrhein. Quellen 1912 (GierkeTJ. 112; vgl. A. Schulte, ZRG. 47, 572ff.; Götzen Niederrh. Ann. 96, 147f;Aubin VJSchr. Soz.-WG. 1914 S. 340). Müller Die Ministerialität im StiftSt. Gallen u. in Zürich, Freib. Diss. 1911. Nitzsch Ministerialität u. Bürgertum1859 (vgl. Waitz Abb.. 505ff.). Schulte (die S. 468 angeführten Schriften).Schumacher Dienstmannschaft d. rhein. Stifter u. Abteien u. die Klosierreformen1912 (Beitr. z. G. d. Niederrheins 25, 57). Strnad Inviertel (S. 469) 765ff. Waitz VG.5 2 , 322ff. Wittich a. a. O. (S. 469). v. Zallinger Ministeriales u. milites 1878 (dazuseine S. 469 angeführten Schriften). Die hier und da immer noch herumspukendeAnsicht von Freiheit der Ministerialen findet ihre bündigste Widerlegung in den Nibe-lungen (Lachmann) Vers 574. 667. 671. 764—773. 781. Vgl. auch v. Zallinger RG.des Ritterstandes (S. 469) 471. Ficker-Puntschart RFStand 2, 210n-

9 Andere Bezeichnungen: milites, officiales, familiäres, domestici, famuli,clientes, servi, servientes u. a. m. Vgl. Waitz 5 2 , 486ff. Das Wort man bezeichnetebis zum 13. Jh., wenn es technisch gebraucht wurde, den freien Vassalien im Gegen-satz zum Dienstmann. Erst von da an wurde es zu einer farblosen Kollektivbezeich-nung. Vgl. Kotzenberg a. a. O.

10 Vgl. Ekkeh. cas. s. Galli c. 48 von den Klostermeiern: maiores locorum,de quibus scriptum est, quia servi, si non timent, tument, scuta et arma polita gestare