§42. Stände. 1. Herrenstand und Ministerialen. 469
deutschen Volk, Leipzig 1905. Sieveking Die rhein. Gemeinden Erpel u. Unkelim 14. u. 15. Jh. 1896 (Leipz. Studien 2, 2). Simon Stand u. Herkunft d. Bischöfeder Mainzer Kirchenprovinz 1908. Stavenhagen Freibauern u. Landfreie in Liv-land Beitr. z. K. Esth-, Liv- u. Kurlands 4, 295ff. Stobbe Stände des Ssp., ZDR.15 311ff. Stolze Zur Vor-G. des Bauernkrieges 1900 (Schmollers Forsch. 18,4).Strnad (siehe Schluß dieses Absatzes) Die freien Leute der alten Riedmark 1915(Arch. öst. G. 104). Stutz ZRG. 34, 125ff. Telting Schets v. h. oudfriescheprivaatregt, Themis 1868 Stück 3. Virnich Corvey. Studien z. G. d. Stände im MA.Bonn. Diss. 1908. Wagner Über die Standesverhältnisse elsässischer Klöster 1911(Beitr. z. Landes- u. Volkskunde v. Els.-Lothr. 41; vgl. ZGO. 66, 368). Waitz 5 2 ,199—485. Walter DRG. 2 §§ 212—29. 384—455. _ Warnkönig Flandr. RG. 3,9—63. 113—50. Wenzel Die Frauenstifter der Diöz. Lüttich nach ihrer ständischenZusammensetzung bis 15. Jh., Bonn. Diss. 1909. Werminghoff Stand. Problemein der G. der deutsch. K. des MA., ZRG. kan. 1, 33ff. Werner Die Geburtsständei. d. deutsch. Kirche des MA., D. G.-Bl. 9, 251. Wittich Altfreiheit u. Dienst-barkeit des TJradels in Niedersachsen 1906 (erweit. Abdruck aus VJSchr. Soz.-WG. 4,1—127; vgl. Fehr ZRG. 41,445). v. Wyss Beitr. z. Schweiz. RG., Z. schw. R.17, 3ff. 18, 19ff. (Abh. 163ff.); Studien zu einer G. der Leibeigenschaft i. d. Ost-schweiz, ebd. N. F. 28. v. Zallinger Die Schöffenbarfreien des Ssp., 1887 (vgl.v. Below ffist. Z. 60, 103ff. E. Mayer Kr. VJSchr. 31, 149ff.); Ritterl. Klassenim steir. Landrecht, MJÖG. 4, 393ff.; Zur RG. des Ritterstandes u. das Nibelungen-lied, JB. d. Leo-Gesellschaft 1899 S. 32ff. Zöpfl RG. §§12—18. 30f.; Altert. 2,127—287. Weitere Literatur n. 6. n. 8. n. 44. n. 69. 72. 134. 144. 164. Strnad Haus-ruck u. Atergau, Arch. öst. G. 99, 35ff. 56ff. 90ff.; Inviertel u. Mondsee, ebd. 99, 696ff.Forst-Battaglia Vom Herrenstande I. 1916. II. 1915.
1. Der Herrenstand und die Ministerialen. Die seit derfränkischen Zeit eingetretene Verschiebung der ständischen Verhältnissenahm unter dem Einfluß der veränderten Heeresverfassung ihren weiterenFortgang, indem neben dem freien oder unfreien Geburtsstande die ritter-liche oder unritterliche Lebensstellung zu einem entscheidenden Kriteriumfür die ständische Gruppierung wurde. Die karolingische Zeit hatte denalten Geburtsadel als solchen im wesentlichen beseitigt und dafür einenbesonderen Beamtenadel ausgebildet, der im Reichsfürstenstand desMittelalters (§ 45) seine Fortsetzung fand. Neben den Fürsten standendie „Edeln" (adalinge, nobiles, magnates) oder „freien Herren" (liberibarones, auch schlechthin barones), auch „Edelfreie" (adelvrie) oder ein-fach „Freie" (liberi), in Schwaben und Italien als „Hauptleute" oder„Häuptlinge" (havetlin^e, capitami) bezeichnet 1 . Zu ihnen gehörten dieweltlichen Grundherren, denen es durch ihren Grundbesitz, auch wennsie in kein Lehnverhältnis getreten waren, ermöglicht wurde, ihrer Heer-folgepflicht in rittermäßiger Weise zu genügen 2 , während sie anderseits
'Vgl. S. 431. Waitz 5 2 , 464. v. Richthof en Unters. 2, 1035ff. Eine/erst später auch auf den niederen Ritterstand ausgedehnte Bezeichnung warnomines synodales, sendhare Hute, semperliute, sempervrie, serwperbarones. Vgl.Rosenstock Synodälis (S. 468). In einer thüringischen Urkunde v. 1136 (Hisa. a. 0.4) wird die Angehörige eines freiherrlichen Gf schlecht« als libera etwizzinthaft femina bezeichnet.
2 Teilnahme am Reichslehenband betrachtet Ficker Heerschild 162ff. alswesentliche Voraussetzung des mittelalterlichen Herrenstandes. Vgl. dagegenGöhrum Ebenbürtigk. 212. Franklin Freie Herren v. Zimmern 18. Peter von