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seit Anfang des 12. Jahrhunderts fest 66 . Außer lehnsunfähigen bliebenauch solche Personen, die wegen körperlicher Mängel keine Ritterdienstezu leisten vermochten, von der Lehnsfolge ausgeschlossen 67 . Die Lehns-folge beschränkte sich, wie in Italien, auf Abkömmlinge aus dem Manns-stamm, umfaßte aber nicht, wie dort, die gesamte lehnsfähige Nach-kommenschaft des ersten Erwerbers 68 , sondern nur die des letzten Be-sitzers; seine Vorfahren und Seitenverwandten, selbst die Brüder, bliebenunberücksichtigt 69 .
Da der Herr rechtlich nicht verpflichtet war, das Lehen zu teilenso konnte unter mehreren Erben immer nur einer die Lehnserneuerung
66 Vgl. Schulze Erstgeburt 88ff., der wohl mit Recht den Zuständen unterHeinrich IV einen maßgebenden Einfluß beilegt. Laspeyres Entstehung der Librifeudorum 172f. 176. Nach I. F. 13 (14) pr. stand die Erblichkeit der Fürsten-tümer noch nicht fest, während die übrigen Teile des lombardischen Lehnrechts-buches sie als selbstverständlich behandeln.
67 Ssp. I. 4. Richtst. Lehnr. 28 § 5. I. F. 6 § 3. II. F. 36. Das Erfordernisvoller Ritterbürtigkeit von vier Ahnen wurde in der 2. Hälfte des 14. Jh. nichtmehr aufrechterhalten, es genügte, wenn der Vater und dessen Vater Rittersleutegewesen waren. Vgl. Richtst. Lehnr. 28 § 3: So wage de andere: sint din broderdineme vader nicht evenbordich en was, wen sin moder was enes bures dochter, ejtdu med eme dorvest deilen dines vader erflen? Dar vrage du jegen: sint din modervri was unde nemandes eigen, eft se di an dineme herscilde icht siden mochte, ejtse wol enes bures dochter were? So vindme: se :te mochte, wan de herscild kumptvan dem vadere unde van dem eldervader. Gehörte der Lehnserbe einem geringerenHeerschild an, so konnten zwar nicht seine Miterben, wohl aber der Lehnsherr,der Aftervassall und der Gedingsmann ihm die Anerkennung verweigern. Vgl.Sachs. Lehnr. 20 § 3. Richtst. Lehnr. 28 § 4. Homeyer 448.
68 Schon das Gesetz Konrads II betonte, daß der Bruder nur in ein bereitsvon seinem Vater besessenes Lehen succedieren könne. Vgl. I. F. 1 § 1. Dasselbebestimmte die Lex Quicumque igitur (Const. 1, 680f. I. F. 18 § 1) nach der Aus-dehnung des Erbrechts auf den Sohn des Bruders und den Vaterbruder, und auchnachdem im Laufe des 12. Jh. schrittweise die Ausdehnung auf die Agnatenüberhaupt erfolgt war, wurde das Erfordernis des beneficium paternum unbedingtfestgehalten. Vgl. I. F. 13 (14) § 1: per investituram patris et avi. II. F. 26 § 18:agnaii qui quarto gradu sunt, dummodo ad eos pertineat. II. F. 31: admittuniurqui quarto gradu sunt remoti ab eo qui id acquisivit, et etiam usque in infinitum,dum tarnen hoc constet, ab eo per masculos descendisse. IL F. 11: agnaii ul-teriores — —, si feudum sit paternum, h. e. si fuit illius parentis, qui eins fuüagnationis communis. Nur auf besondere Abrede konnten auch Seitenvervvandtedes ersten Erwerbers zur Lehnsfolge gelangen (feudum novum iure antiqui com-cessum). Vgl. I. F. 8 § 3. 13 (14) § 2. 20. II. F. 16 pr. 18.
68 Vgl. Homeyer 450ff Reichsurteil von 1299 (MG. Leg. 2, 473): ex quo
talis — decederet sine heredibus descendentibus, communi iure ■ ------- ipsa bona que
tenuit ab ecclesia vacant ipsi ecclesie et non alii. Die Ausschließung der Seiten-verwandten bestand noch im 15. Jh. zu Recht. Vgl. Dieck De tempore quo insfeudale Langobardorum receptum sit, 1843 S. 36f. Als Heinrich VI versuchte,die Fürsten für die Bewilligung der Erblichkeit der Krone in seinem Hause zugewinnen, stellte er als Gegenleistung die Ausdehnung der Lehnsfolge auf dieweiblichen Linien und die Agnaten in Aussicht. Vgl. Ficker De Henrici VI.conatuetc., 1849 S. 21. 29. 35. 50ff. Siehe auch n. 99.