§ 19. Öffentliche Beamte. 133
ständig über den Haufen geworfen wurde, ist eine gewisse Fortdauer muni-zipaler Einrichtungen in den romanischen Gebieten nicht zu bezweifeln 21 .Zwar die eigentliche Munizipalgerichtsbarkeit mußte der fränkischen Ge-richtsorganisation weichen, aber wenigstens die freiwillige Gerichtsbarkeitder gesta municipalia und die curia, als die städtische Behörde zur Führungderselben, blieb bestehen; auch einer Gerichtsbarkeit städtischer defensoreswird in den Quellen öfter gedacht, zuweilen als Unterbeamten des Bischofs,wie überhaupt die Bischöfe in den gallischen Städten häufig als deren Ober-häupter oder Schutzherren auftraten. Wahrscheinlich wurde der römischeVerwaltungsapparat innerhalb der korporativen Selbstverwaltung dergallischen Städte vorübergehend auch unter den Franken noch beibehalten.In allen Beziehungen des öffentlichen Rechts waren aber die Gaubeamtender fränkischen Verfassung allein maßgebend. Daß die Grafen vielfachihren "Wohnsitz in den Städten nahmen, diese also tatsächlich zu Mittel-punkten der Grafschaftsverwaltung und Eechtspflege wurden, hat an ihrerrechtlichen Stellung nichts geändert. Erst mit der Exemtion von der Graf-schaft oder Hundertschaft traten die Städte in den Staatsorganismus einund wurden zu Körperschaften des öffentlichen Rechts, der fränkischenPeriode war aber Derartiges noch nicht bekannt, wenn auch die Keimedazu in dem Immunitäts- und Marktwesen (§§ 26, 27) bereits vorlagen.
§ 19. Die öffentlichen Beamten.
Vgl. Literatur S. 127. Brunner 2, §§ 69. 79—85; Grundzüge 6 64ff.; Alterder Lex Alamannorum, BSB. 1885 S. 168ff. Waitz 2 3 , 2 S. 1—57. lOOff.117ff. 131ff. 365ff. 3 2 , 364—415; Das alte Recht 134ff. Sohm R.- u. GV. 13ff.55f. 67—102. 146ff. 213ff. 455—525. Dahn Könige VII, 2 S. 64; VIII, 3 S. 31—122.150—205; IX, 1 S. 232. 696. 2 S. 203. 574—616; X, 104; XI, 122; XII, 98; DG.1, 2 S. 589ff. v. Bethmann-Hollweg Zivilprz. 1, 412ff. 422ff. 431 ff. HeuslerVG. 64ff. 74f. 105f. 1081 v. Daniels Handbuch 1, 542ff. Glasson 2, 338ff.444ff. 461ff. 3, 256ff. 291ff. 316ff. 340ff. Viollet Hist. 1, 293ff. BeauchetHistoire de l'organisation judiciaire en France (1886) 9ff. 18ff. 36ff. 43ff. 69ff.159—246. 293ff. Fustel de Coulanges Recherches 403ff.; Monarchie franque196ff. Thonissen Organisation judiciaire de la Loi Salique 50ff. BeaudouinParticipation des hommes libres au jugement dans le droit frano (1888) 36ff. 54ff.60ff. Gfrörer (S. 111) 1, 3fi. W. Sickel GGA. 1886 S. 5591; 1888 S. 440ff.;1890 S. 672ff.; MJÖG. 4, 623ff.;Wesen des Volksherzogtums, Hist. Z. 52, 407ff.;Beiträge z. deutsch. VG. (S. lll). Schröder Hist. Z. 78, 196fl EichhornProvinzialverwaltung im fränk. Reich, Z. gesch. RW. 8, 281 ff. E. Mayer Ital.VG. 2, 232ff. Hofmeister Markgrafsch. u. Markgrafen im ital. Königreich,MJÖG. Erg. 7, 215. v. Halban a. a. 0. 3, 226ff. H. Lehmann Rechtsschutz
21 Vgl. Waitz 2, 1 S. 412ff. Savigny G. d. röm. R. im MA. 1, 311 ff.Hegel Städteverfassung in Italien 2, 345fl v. Bethmann-Hollweg Zivilprozeß1, 416fl Raynouard Histoire du droit municipal en France 1, 304—51.Quicherat Enregistrement des contracts ä la curie, Bibl. de l'ecole des eh. 5,1 S. 440fl Brunner 2, 197ff.; RG. der Urkunde 1, 139ff.; ZRG. 18, 74f.Dahn Könige 7, 1 S. 93ff. Rietschel a. a. 0. 92. Sickel Beitr. 532fl