108 Fränkische Zeit.
rapposti tra l'Italia e l'impero d'oriente 1888. Schupfer Istituzione politichelongobardiche 55ff. Pardessus Loi Salique 507ff. Tamassia Dell' ospitalitä1897 (Rivista Italiana per le scienze giuridiche 22). Meitzen Siedlung undAgrarwesen 1, 526ff. Mommsen Ostgotische Studien, N. Arch. 14, 223. 451.E. Mayer Ital. VG. 1, 25ff. 48ff. 63ff. 2, HOff. Hartmann Das italienischeKönigreich 1897; G. Italiens, 2 Bde 1897—1903. Kiener VG. der Provence 5ff.v. Halban a. a. O. (S. 97). M. Conrat Breviarium Alaricianum, RömischesRecht im fränk. Reiche 1903. Delbrück G. der Kriegskunst 2, 331ff. 405ff.
Die letzten Jahrhunderte des römischen Keiches trugen das Geprägeeiner immer zunehmenden Germanisierung. Den Hauptbestand der römi-schen Heere bildeten germanische Krieger, wichtige Heereseinrichtungenwaren germanischer Herkunft, die Herrschergewalt selbst kam mehr undmehr in die Hände germanischer Fürsten 1 . Die Heruler, Ost- und West-goten und Burgunden drangen nicht als Eroberer ein, sondern wurden,zunächst wenigstens, im Wege friedlicher Vereinbarung als Hilfstruppenund Verbündete innerhalb der Reichsgrenzen angesiedelt. Diesen An-fängen entsprach die weitere Entwicklung. Durchweg behielten die römi-schen Provinzialen ihre persönliche Freiheit und ihr römisches Zivilrecht,das sich freilich, zum Teil unter dem Einfluß germanischer Rechtsgedanken,allmählich überall zu einem eigentümlichen Vulgarrecht ausgestaltete.Geschlossene Gebietsabtretungen, wie Ariovist von den Sequanern undspäter die Vandalen in Afrika, die Angelsachsen in Britannien verlangthatten 2 , wurden den Römern hier nicht zugemutet, vielmehr erfolgte dieNiederlassung der als „foederati et hospites" in das Land gekommenenGermanen regelmäßig nach den Grundsätzen der römischen Einquartierung(hospitalitas), die durch ein Gesetz der Kaiser Arcadius und Honorius vomJahre 398 geordnet war 3 , nur daß nicht bloß, wie dieses Gesetz verlangte,das Haus, sondern unter Beseitigung aller Naturalverpflegung der ganzeGrundbesitz geteilt, also eine vollständige Abschichtung der germanischenhospites durchgeführt wurde. Jeder römische Grundbesitzer behielt, soweiter von der Einquartierung betroffen wurde 4 , einen bestimmten Bruchteil
1 Vgl. Brunner l 2 , 51ff.
2 BeU. Gall. 1 c. 31. Gaupp 55f. 446—54. 541. Dahn a. a. 0. 1, 240f.Bethmann-Hollweg 1, 132f. Derartige Abtretungen wurden auch den Ala-mannen von Chlodovech nach 501 und den Thüringern von den Franken undSachsen auferlegt. Vgl. Waitz 2, 1, S. 55ff. Gregor Hist. Franc. 5, 15.
3 Cod. Theodos. VII. 8, 5 pr. (auch c. 2. G. de metatis 12, 40): In qualibetvel nos ipsi urbe fuerimus vel ii qui nobis militant commorentur, duas dominuspropriae domus, tertia hospiti deputata, eatenus intrepidus ac securus possideatportiones, ut in tres domo divisa partes primam eligendi dominus habeat facultatem,secundam kospes, quam voluerit, exequatur, tertia domino relinquenda. — § 2. In-lustribus sane viris non t&rtiam. partem domus, sed mediam hospitalitatis gratiadeputari decernimus, ea dumtaxat condicione servata, ut alter ex his quilibet guivemaluerit divisionem arbitrii aequitate faciat, alter eligendi habeat optionem.
i Die Verpflichtung zur Landteilung traf die Römer nur nach Maßgabe desBedürfnisses. Es blieben genug römische Villen übrig, die keine hospites er-hielten und darum nicht zu teilen brauchten. Vgl. Saleilles a. a. 0. 28ff.