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Lehrbuch der deutschen Rechtsgeschichte
Entstehung
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100 Fränkische Zeit.

nymische Endung ing der Stammesname der Thüringer (ahd. Duringä)entlehnt ist. Außer ihnen haben namentlich Teile der ingväonischen Angelnund Werber oder Warner sowie nordgermanische Heruler bei der Bildungdes Thüringerstammes mitgewirkt 2 . Infolge ihrer zentralen Lage habendie Thüringer, ohne selbst an der Bewegung der Völkerwanderung teil-zunehmen, fortwährend Gebietseinbuße erlitten, bis sie, früher von dermittleren Elbe fast bis zur Donau reichend, auf das in unserer Tafel Iverzeichnete Gebiet zwischen Harz, Thüringer Wald, Saale und Werraeingeschränkt wurden. Durch den Franken Theoderieh I. wurden sie demfränkischen Reiche einverleibt (531).

Im Nordosten der Hermunduren, an der mittleren Elbe und Havel,saßen im 1. Jahrhundert die von Tacitus als caput Sueborum bezeichnetenSenmonen, der Kern der Schwaben oder Alamannen 3 . Unter diesemNamen sind sie, die Grenzen der Hermunduren durchbrechend, in der2. Hälfte des 2. Jahrhunderts in das Maingebiet vorgedrungen, wobei ihnenihre früheren nordöstlichen Nachbarn (an Oder und Warte), die ostgerma-nischen Burgunden, auf dem Fuße gefolgt sein müssen 4 . Die letzterenhaben sich dann mainabwärts gezogen und am Mittelrhein ein ausgedehntesReich, mit Worms als Mittelpunkt, gegründet. Nachdem dieses den An-griffen Attilas zum Opfer gefallen war (437), wurde dem Rest des Volkesvon den Römern das obere Rhonegebiet, die sogenannte Sabaudia, an-gewiesen (443), von wo aus sie sich allmählich bis zur Provence ausdehnten.Im Jahre 534 wurde das burgundische Reich dem Frankenreich einver-leibt. Die Alamannen, die vom Main aus schon gegen Ende des 3. Jahr-hunderts den römischen Limes durchbrochen und das Dekumatenlandeingenommen hatten, drangen im Lauf des 4. Jahrhunderts wiederholtvom Oberrhein aus in Gallien ein, während andere Teile des Stammes,durch die in der Mainebene angesiedelten Burgunden von den übrigen ge-trennt, sich in der Wetterau und dem Rheingau niederließen. Von denzahlreichen Völkerschaften, die der Name der Schwaben oder Alamannenumfaßte, lassen sich verschiedene noch aus späteren Gaunamen erkennen.Im Laufe des 5. Jahrhunderts, nach der Übersiedelung der Burgundenin das Rhonegbiet, rückten die Alamannen am Oberrhein bis in die Alpenund Vogesen vor, besetzten die Gebiete des Mittelrheins und unteren Mainsund machten Vorstöße in die Gebiete der Mosel, der Lahn und des Nieder-rheins. Die dadurch entstandenen Konflikte mit den Franken führten zu derentscheidenden Schlacht bei Zülpich 496 in deren Gefolge der größte Teildes alamannischen Landes dem fränkischen Reich einverleibt wurde (nur

2 Vgl. n. 8 und unten § 31. ZRG. 20, 211 L. Schmidt Hist. VJSchr.11, 309.

s Vgl. Much bei Hoops 1, 57.

4 Vgl. Much bei Hoops 1, 357. Binding Das burg.-roman. Königreich1868. Claparede Les Bürgendes 1909 (dazu Stutz ZRG. 43, 476). Jahn G.der Burgundionen 1874. v. Schubert Die Anfänge des Christentums bei denBurgunden, Heidelb. SB. 1911 Nr. 3.