und Pestilenz, verkörpert durch die vier Reiter, deren Rosse mitleidlos zerstampfen,was lebend ihnen entgegentritt.
Der Eindruck ist so gross und tiefgehend, dass selbst die Schwächen derZeichnung nichts davon hinwegzunehmen vermögen. So sind die Pferde nichts wenigerals schön, und es scheint unbegreiflich, wie die lahmende Mähre des Todes mit dendrei anderen Rossen Schritt zu halten vermag; aber was bedeuten diese Mängel denVorzügen der ganzen Komposition, der vorzüglichen Raumverteilung gegenüber, diegar nicht übertroffen werden könnten.
Es ist leider unmöglich, die Blätter hier einzeln zu beschreiben, es wäre zudemauch nur nutzloses Beginnen; richtiges Verständnis vermögen einzig und allein die
Bilder selbst zu geben.Bemerkt sei nur noch,dass der späteren Aus-gabe von 1511 noch ein
Titelblatt hinzugefügtwurde, mit der Erschei-nung der Maria vor Jo-hannes.
Wurzeln die Darstel-lungen der Apokalypse,sowie die der frühestenEinzelblatter noch durch-aus im volkstümlichen undreligiösen Darstellungs-kreise und in den Tradi-tionen des Mittelalters, so..Raub der Amazone-, die
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'J2. A. Dürer. Madonna von 151G.
Nach einer Federzeichnungim Berliner Museum. Aus M. Tautfing,
„Dürer." Leipzig, E. A. Seemann.
die
macht sich doch der Ein-fluss des Humanismus inDürers Werken sehr baldbemerkbar, der durch denfreundschaftlichen Um-gang mit Männern wieWillibald Pirkheimer,Konrad Celtes, Hart-mann Sehe del u.a. ange-regt wurde. Das Studiumdes nackten Frauenkör-pers begann ihn anzu-ziehen und mythologischeIdeen nach Verkörperungzu drängen, so dass Blät-ter entstanden, wie derEifersucht' u. a. m., die den
Vier nackten Weiberneuen Einflüssen zuzuschreiben sind.
In die Zeit zwischen 1505 bis 1511 fallen noch zwei der schönsten Holzschnitt-werke, das ..Marienleben" und die ..Grosse Passion-, zwei Blüten innigen, deutschenund evangelischen Empfindens. Ein Beispiel aus dem Marienleben in bedeutend ver-kleinerter Nachbildung, giebt Abb. 19. Aus dem Jahre 1505 stammt auch die Kohle-zeichnung ..König Tod" (Abb. 18), die, abgesehen von der Vorzüglichkeit der Zeichnungselbst und der leicht fliessenden Technik, schon durch den Umstand interessant wird.dass Dürer hier den Tod nicht mehr in mittelalterlicher Weise als hypermagern altenMann darstellt, sondern, den Einflüssen der Renaissance nachgebend, als Skelett gestaltet.
Die im Jahre 1505 angetretene zweite Reise nach Venedig dürfte mehrGeschäftsreise als Studienreise gewesen sein, denn merkbare Einflüsse hat siewenigstens in den Stichen und Zeichnungen nicht hinterlassen, nur die alte Vorliebefür Mantegna und Giovanni Bellini dürfte sich damals noch gefestigt haben. EtwaigeEinwirkungen italienischer Kunst auf die späteren Gemälde dürfen uns hier nicht
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