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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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Johanns Frau, Johanna Ingenhoven, war Wittwe von Emund von Hardenraedt; ihre Güterstehen n. 241 nachgewiesen. Sie hatte mit Letzterem folgende Kinder:

Edmund von Hardenraedt, h. Johanna von Ingenhoven.

-<

1. Agnes Sophie vonHardenraedt.

2. Godfried Jacob von Hardenraedt.

3. Johanna Adelheid von Hardenraedt, h. Larabert vonPollart, 1673.

Arnold hatte dreizehn Kinder, darunter sechs Söhne; ihm wurde 1672 23. Septbr.*) die landesherrlicheErlaubniss ertheilt, über seine Geldrischen Lehngüter nach Willkür zu testiren. Dennoch misslang es ebensowohlseinen Stamm aufrecht, als das Erbe der Familie zu erhalten. Aegidius Werner, der älteste Sohn, fürstlich GeldrischerGeheimrath, war ein habsüchtiger, geiziger Mann; 5 ) er blieb unverheirathet. Nach seinem Tode versuchte es seinBruder Johann Arnold, Lüttichscher Geheimrath, auch zur Zeit Gesandter in Korn, der sich durch Studien undWissen ausgezeichnet und sogar eine Domherrenstelle in Strassburg erlangt hatte, den Stamm zu erhalten, er heira-thete mit päpstlicher Erlaubniss im 60. Jahre, aber er hinterliess nur zwei Töchter. Der Heirathsvertrag, worin allesErbe sammt den Gold- und Silbergeräthen zu einem Fideicommiss der Bocholtzer Familie erklärt worden war,ernannte in diesem Falle den Bruder Eduard Bernard, eventuell die beiden Schwestern Johanna Margaretha undAgnes Adriana, Äbtissin zu Vilich, zu Erben mit der Verpflichtung, wenn auch Eduard Bernard keine Söhne bekommensollte, das ganze Fideicommis den Bocholtz zu Störmede zu hinterlassen. 6 ) Es wurde auch diesem gemäss gehandeltund zuerst durch einen Familienvertrag, den auch A. M. Amalia v. Gymnich, Wittwe des Johann Arnold, vollzog, danndurch Testament des Eduard Bernard') von 1722 das Familienfideicommiss denen zu Störmede übertragen; 8 ) allein frucht-los. A. M. A. von Gymnich, welche sich 1718 von neuem verheirathete °) und ihre Töchter verweigerten die Herausgabedes Fideicommiss-Vermögens. Caspar Arnold von Bocholtz zu Störmede, als Testaments-Erbe, konnte weder dieHand einer der beiden Töchter des Johann Arnold gewinnen, was sein Erblasser gewünscht hatte, 10 ) noch aufgerichtlichem Wege den Besitz des Fideicommisses erlangen. Der Prozess zog sich in die Länge, bis durch dieAufhellung des Reichskammergerichts seine Fortführung unmöglich gemacht wurde. Dann hoben die französischenGesetze alle Fideicommisse auf, der Anspruch erlosch in dem Gedächtnisse und möchte jetzt wohl durch Verjährungbeseitigt sein. So kam Bocholtz in die Familie von Mirbach, Ingenhoven in die Familie Bentinck. Der letzterenbrachte es wenig Heil, verschuldet verkaufte sie es dem Bürgermeister Kessel zu Lobberich.

Von Agnes Adriana von Bocholtz, welche 168*41690 Stiftsdame und Anfangs August1693 bis 1726 Äbtissin zu Vilich war_, liegen Schriften von 1693 mir vor, welche nebenstehendesWasserzeichen haben. In ein Gebetbuch: Ange Conducteur, gedruckt zu Lüttich 1715, dasssie in selbigem Jahre ihrem Bruder schenkte, schrieb sie:

Tenez mos eher frereVoila vn liuer que je vous

donne,Pour vous detascher de Ja

terreEt obtenir la glorieuse cou-

ronne.

Lorsque l'on commenoe a

bien yiuroII est faeille de la pour-

suiureLe chemain qui conduit au

ciellEst parfois d'amertume et

de fiell,

Tousjour la bonne et sainte

vieD'une heureuse morte est

suiuiePansons souuant a nostre

trepas.La morte nous suiue pas a

pas.

Priez pour moi mon eherfrere

Et souuenez vous d'vnesoeure

Qui serera jusqu' a la morte

"Vostre tres humble el fidellesoeure.

Oraison composde par Sixte IV et par lui enrich6e 12 mille ans d'jndulgences en faveur de ceux, qui la reciteront. Confirmepar Paul V. et Alexandre VII.: Je yous salue, Marie mere de Dieu, Reyne du eiel, porte de paradis, Dame du monde, Vous este "Viergesinguliere, vous este crt5e sans peche originell et pour eela tres immaculee, vous ayez este tres veritablement vierge auant l'enfentement,en l'enfentement et apres f enfentement. Impetre nous de vivre saintement, et prie pour nous Jesus, votre aime fils, de me recevoir apresma mort, et delivre moy de tous maux d'esprit, de corps et faites que je puisse en deliverer d'autres pour acquerir les veures foeuvres),de misericorde et me reiouir avee vous eternellement en Paradis. Amen.

0! tres sainte et diuine TrinitöSoyez louuee en toute esternitö.

souuenez vous des pauvres ames de purgatoyre Prineipalement des parans et aliezQu'elles ne sortent jamais de voitre memoyre, Que Dieu leurs face pities.Vilich le 19me Julliet 1715.

Ihren Grabstein mit ihren Ahnen habe ich Bd. H. S. 305 wiedergegeben.

«) II 223 ») Ebenda 238 Nr. 514, 239 Nr. 516. «) Ebenda 244. ') Sein Grabmal gab ich Bd. II. S. 304. 8 ) Ebd.253, 257. °i Ebenda 255. >°) Ebenda 262, dass der Erbe, um dem Willen des»Testators zu genügen, sogar die beiden Töchter vorGericht verklagte mit dem Antrage, ihn zu heirathen, zeigt, wie wei msn mit unpassenden Bedingungen eine Sache treiben kann.