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1357 29. September belehnte Edwart von Geldern den Heinrich von Kriekenbeck mit der Grlit vonLobberich, welche dessen Vater schon zu Lehn getragen hatte. Sie erstreckte sich über die Kirchspiele Lobberich,Wanckum, Hinsbeck, Leut und Heringen und lag in jener Zeit zu Grefrath. , Bei einer ferneren Belehnung durchHerzog Reinard vom 10. April 1361 wurde H. von Kriekenbeck ermächtigt, sie nach Hinsbeck zu verlegen. DieFamilie von Krieckenbeck war noch 1424 im Besitze des Lehns. 15 )
1505 12. September verlieh Carl, Herzog von Geldern, dem Orte Lobberich, zu Ehren seiner Kirche undfür die Herstellung der Steinstrasse, zwei Jahrmärkte. l6 )
1559 wurde aus dem Roermunder Quartier (in quarta Ruraemundensi) Lobberich und Bocholtz (IngenBockholt) welches letztere schon lange in Ober- und Nieder-Bocholtz getheilt war, dem neuerrichteten Bisthum Roer-mund einverleibt, denen aus dem Erzstift Cöln, Decanate Süchteln, die Kirchen zu Wachtendonck, Viersen, Grefrath,Hinsbeck, Leuth und Heringen beigesellt wurden. ")
Am Charfreitage 1581 in aller Frühe rückte Hans Philipp, Freiherr von Hohensachs, Oberst der stattischen(holländischen) Truppen mit vielen Reutern und Schützen vor das Haus Ingenhoven und Hess den Besitzer desselben,Jelis von Bocholtz, dessen Frau seit einigen Tagen in Wochen lag, vor sich fordern. Als dieser, statt zu folgen, dieThore sperrte, lies Hohensachs stürmen und befahl die Gebäude anzuzünden. Jelis, der gegen die Uebermacht keinendauernden Widerstand leisten konnte und den Zustand seiner Frau betrachtete, überlieferte sich, zur Abwendung derGefahr, dem Feinde, der ihn nach Venlo brachte, dort in ein mit Gitter versehenes Gelass einmauerte und dabeian Fussketten schmiedete. So sass er noch am 7. Mai. Wie es scheint, war er angeklagt, gegen die Gcneralstaatenverrätherisch gehandelt zu haben. Für seine Befreiung verwendete sich auf Bitten seines Vetters, des Abts Reinardvon Corvcy, Hauptmann Georg von Bocholtz, welcher durch* seine Geltung bei den Grafen Philipp von Hohenloheund Wilhelm Ludwig von Naussau, damaligen Führern der statischen Truppen, deren Vermittelung erwirkte. 158130. Mai wurde Gelis, wie es scheint zum Ersatz, durch den König von Spanien zum Amtmann von Kriekenbeck ernannt. 18 )
Die härtesten Leiden fielen in die Jahre 1635—1642. Als Pater Norbert (Mathias Pricken aus Lobberich) seinPfarramt antrat, fand er in Folge der Kriege und Pest den Sprengel verwüstet und menschenleer. Als am 31. Juli 1635der Cardinal Infant von Spanien auf seinem Zuge nach Schenkenschanze in dem Bocholtzer Burghause zuLobberich über-nachtete, hatte er ihm zu melden, dass in diesem Jahre 700 Pfarrkinder an der Pest gestorben seien. Christihimmel-fahrt, 1. Mai 1636, verboten die Holländer ihm und seiner Gemeinde bei 1000 Brabanter Gulden Strafe die Aus-übung der katholischen Religionsgebräuche, er zog mit den Seinigen Sonn- und Festtags nach der Burg Waldoos, woder besitzende Edelmann mit Erlaubniss des Oberen seinen Speisesaal in eine Kapelle umgewandelt hatte, als aberChristigeburt, 25. Dezember, die Holländer auch dort den Gottesdienst bei 1000 Gulden untersagten und sogar zur Ver-bannung der Katholiken schritten, spendete Norbert seiner Gemeinde zuerst ein Jahr im Kreuzbrüder-Kloster zuDülkenund dann in Breil und erst 1639 in der Octava Epiphaniae (13. Januar) in Lobberich selbst wieder die Sakramente.Am 4. April 1640 Morgens war in Lobberich ein heftiges Erdbeben, es erschütterte die Häuser und den Thurm.
Die Schlacht, welche General Lamboi am 17. Januar 1642 zu St. Anton in der Heide verlor, setzte dieganze Gegend in Schrecken und als am 20. Januar das Dorf Grefrath von den Feinden niedergebrannt Avorden war,entschlossen sich die Lobbericher nach kurzer Berathung zur Flucht nach Venlo, die am 23. in tiefer Nacht ausgeführtwurde, nur wenige blieben auf der Burg Bocholtz und in der Lobbericher Kirche zurück. Die Hessen rückten amdritten Pfingstage in Lobberich ein, erstürmten die Kirche und plünderten sie, Pastor und seine Genossen retteten sichauf den Thurm und entflohen von da in die Burg Kriekenbeck, wo sie sieben Wochen Schutz fanden, dann kehrteNorbert in sein Pfarrhaus zurück und bewohnte es ruhig bis zu seinem Tode.
1648 traten die Herren von Bocholtz von ihrem Hause Ingenhoven ein Stück Land zur Vergrößerung desKirchhofes ab. Gerhard Pontanus, Pastor in Viersen und Dechant, weihte es mit Ausschluss des Stückes für dieungetauften Kinder.
II. 95 und 179; als "Vicare 1432 Henrich Kemmerlinng; 1618 Tilman Kox, 1671 Johann Dentcrs, Nachfolger des Johann Karkens, II. 54189, 223. !•'') Nyhoff, Geld. Gedenkw. II. 100, 157, auch III. und folg.) — le ) Die Urkunde lautet:
*ir Carolus von der Gnaden Goltes Hertzogh von Gelder, Greue vanZutphen thnn kundt vnd bekennen dat wir vmb — Zuneigungh, diewir dragen tot vnssen lieuen getreuen Schepen, Geschworen vnd Untersaefen vnsers Kirspels van Lobberich in vnsern Lande van%* Crickenbecke gelegen, denseluen Kirspiel der h.Kirchen tho Ehren vnd totDienst der reparation des Dorfls maelünge der siein stralegegeuen haben — vor vnss vnd vnse Eruen — twee freie Jairmarkte — der erste sali gehalden werden op den 3. Sonntag nach den h.Pfingsttag, als St. Cornelius heiligthunib vnd stalio zu Lobbrich wirdt gehalten, die andre op die eI(T thausendt Mägden tagh, welche markteinen tagh vor vnd einen tagh nahe, von opgangh lot den vnlergangh ter Sonnen toe, jairlichs vnd alle jair in vnd vssgaen sali. Alle — sotot diese marekte ihre veilongh bringen, sali geuen drey Morcken, item vor ieglicken pl'erde — twee moerken, van ecklicken pferde, dieop seinen Markt verkauft werden einen VVittpenningh die der kaufler vnd verkaufter ecklick halft geben, item van einen Ochs, ofTte Koe,Vercken, ofte Schaaf twee Moerken, der kaufler vnd verkaufler halb. Also sollen vnse schepen — vnde kirspels Leuth von Lobbrich gehal 7den wesen, vns - jeder zeit einen alten tornis jairlichs thoe betalen. Item bekennen wir — dat wir allen — wat staetes ofte conditiendie wehren — die diesen Markt versoeckende werden, vnse freiheit ende geleydt gegeuen hebben, befehlen allen vnsen ambtleuthen — datsie die vurss. Merckle freyn, vnd wer dieselue ontl'reyt, der sali vnss brücken leib vnd sutt- Dess in Vhrkundt haben wir — vnse Siegellan desen brieff doen hangen 1505 aufl Freilag nach vnser 1. Frawen tagh nativitatis. Noch hebben wir vnsen Scheppen van Lobbrich totTimmerongh vnd Fabrick der Wichen aldaer den dreden Marckttagh — vergiint, der gehalden sali werden op den freytagh nae den Sonnen-tagh, als man singt esto mihi. Actum ut supra in presentia consiliariorum anno et die quibus supra.
") Miraei opera dipl. I. 483, Bintrim und Mooren, Erzdiöcese I. 237. — "») Bd. II. S. 165—167.