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7. Die Freien und inre Selbstverwaltung.
Das ripuarische Gesetz unterscheidet sich vom sächsischen ] ) unter andern dadurch, dass es keine Edelleute(nobiles) kennt. Die freien Ripuarier bildeten den höchsten Stand des Staates, sie waren alle gleich, und wenn ihrWehrgeld in einzelnen Fällen geringer bestimmt ist, als dass der Königsleute, so sind dabei nicht Standes-, sondernNützlichkeitsrücksictften maassgebend gewesen. Die Freien wurden indessen nur insofern und so lange gezählt, als siefreien Grundbesitz hatten; 2 ) dieser macht sie zu Grundherren, 3 ) das heisst berechtigte sie innerhalb der Grenzen ihres
(Fortsetzung von S. 27C.)narratio hec sumpsit exordium, ex quorum etiam progenie tres isti fratres edocti sunt processise, Ledebur Dynast. Forschungen und Spaeninled.II. S.92 verstehen unter progenies: es seien Kinder der beiden Brüder Gerard und Riitger, welche in Flandern geblieben, während daszweimal vorkommende Wort nur dem allgemeinen Begriffe Geschlecht entspricht, ohne bestimmten Verwandtschaftsgrad. An zurück-gebliebene Kinder Gerards und Eütgers lässt sich, da sie gewaltsam vertrieben wurden, füglich nicht denken; auch würde dann der Chronistein anderes Wort wie progenies gebraucht haben, wie das spätere Wort pronepotes beweist. Wenn ich den Zusammenhang durch einenBruder dargestellt, so geschah es, um ihn auf irgend eine Weise zu versinnlichen, er kann auch in einem Oheim oder Grossoheim gelegenhaben. Er wird übrigens nicht allein durch obige Annalen, sondern auch durch die gemeinsamen Wappenbilder erwiesen, den Löwen.Diesen führen Antoing, Falkenburg, Heinsberg, Kessel, Krickenbeck, und auch Anfangs Cleve (Graf Diedrich IV. und sein Bruder Arnold,Kindl. Münst. Beitr. HI. ürk. S. 111).
und zwar die Antoing Silber in Roth (van den Bergh Wapenkunde S. 64) die Falkenburg Roth in Silber (Fahne, Cöl. Geschl.511, S. 273)der Löwe ist meist schreitend und ungekrönt und mit einem Turnierkragen, zweischwänzig ist er bei Falkenburg und Antoing, zuweilenauch bei den andern. Nur die Geldrischen Grafen scheinen eine Ausnahme zu machen, indem Otto I. 1203 und sein Sohn Gerard IV.1225 (Bondam S.288 Nota c und Tafel I., und S. 277 Nota e und Tafel n.) drei (2.1 rothe) Rosen oder besser Mispelblüthen (in Gold)geführt haben, während Otto II. 1243 und 1259 (Bondam S. 277 N. e und Tafel II.) und sein Nachfolger einen ungekrönten, einschwän-zigen Löwen führten, indessen solange das Wappenbild der Grafen von Geldern vor Otto I. nicht feststeht, ist damit nichts erwiesen.Besondere Länderansprüche, wie ich Aehnliches in meiner Geschichte der Westph.Gesch). S.50, beiBilstein, nachgewiesen habe, können ihnund seinen Sohn bestimmt haben, die drei Mispelblüthen zu führen und, nach deren Wegfall, Otto II. und seine Nachfolger- zu dem ursprüng-lichen, seit Reinold II. zweischwänzigen, Familien-Löwen zurückgekehrt sein.
Von den Falkenberg aus dem Hause Limburg besitze ich folgende Original-Urkunde, welche wegen Zoll, Gemeindehude, Mit-recht der Lehnsleute etc. Bedeutung hat:
[niversis presentia inspecturis th. miles dicfus de Falconis monte et Beatrix uxor sua veritatis testimonium acceptare ad vniuersilatisuestre notitiam volumus peruenire, quod nos dei intuitu contuümus viris religiosis Abbati et conuenlui de Vill in Brabantia (Villers'v bei Genape) Cysterciensis ordinis locum vnum ad edificandam curtem in proprio allodio nostro in teritorio de Glenne prope nemusqnod vulgo dicitur le Gruite allodialifer et libere perpeluo possidendum. Preterea jllustris patris nostri bone memorie inherentes vostigiisconcedimus eis et talem conferimus libertatem, decem carras siue vinum siue frumenlum ad opus eorum in terra potestatis nostre deducentessingulis annis imperpetuum a thelonio et eorum animalia a pedagio liberi sint et absoluti. conferimus etiam eis in omni terra proprielatisnostre vsum pascuorum communium ad opus animalium suorum siue ea propriis expensis nutrierint siue alijs ad cerlam portioncm nutriendaet custodienda comiserint, viris nobilibus hominibus nostris feodalibus assensum suum ad hoc prestantibus, quorum nomina sunt hec. dominusGoswinus de Dorne, Dominus Arnoldus de Steine, Dominus Arnoldus de Elselo, Dominus Alexander de Wilre milites. Omnibus igitur quinoslre iurisdictionis sunt sub obtentu gralie nostre districte precipimus, ne dicfos fratres vel eorum successores presumant aliqualiter inpersonis vel rebus molestare, scientes, quod quicunque eos in aliquo ledere seu perturbare presumpserit pupillam oculi nostri se nouerittetigisse in cuius rei testimonium ego Th. prefatus sigillum meum pro me et uxore mea cum sigillis prediclorum raeorum feodalium decreuipresentibus apponi. Datum et actum anno domini M. CC. q'uqu (quinquagesimo) Mense Augusto.
Es hangen an dieser Urkunde zwei Reutersiegel und drei Siegel mit einfachen Wappenschildern. Das erste Reutersiegel stelltTheoderich von Falkenburg dar; er reitet nach links und hat in seinem Sohilde einen Löwen. Dagegen zeigt das Rücksiegel, wie hierfolgt, einen Vogel auf einem Berge ohne Umschrift. Das zweite Reutersiegel ist das des Arnold von Eslo, der nach rechts reitet; seinSchild ist, wie folgt, geweckt. Dorne hat drei Sparren und keine Umschrift; Alexander von Wilre ein Andreas-Kreuz und Steine einengeweckten Schild.
Rücksiegel Th.i Lex sax tit. 2.
Eiselo. Dome. Wilre. Steine.
2 ) Waitz, Verfass. I. 39—42. Zachariä, Kampf des Grundeigenthümers S. 16 seq. — 3 ) Du Cange Vox