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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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legen und sind die merkwürdigsten Versuche gemacht,dieses zu rechtfertigen. 7 ) Nach dem Itinerar soll derOrt auf halbem Wege zwischen Dormagen und Neussliegen, an der Krümmung des Flusses unterhalb Stürzel-berg und kann das Wasser ihn wohl weggespült haben.Calo, Calone: Kaldenhausen. F. Münzen, Ziegel, Baureste.

M. R. S. Ilin. Peut.Calcar, der Monreberg und das nahe Born. F. Denksteine.

St. Insc. II. 3.Cameracum: Cambray. Itin.Peut. F. Münzen, Denksteine,

Gefässe etc.Camp, gegenüber Boppard, r. U. F. Münzen und andere

Alterthümer. M.Campodunum: Kempten, Stadt in Bayern. Das kaum 200Schritte lange, und 100 breite Eömercastell liegt, nochganz kenntlich, vor der jetzigen Stadt, nahe dem Bahnhofe.Caranusca: Canach. W. Itin. Peut.

Cardenas: Carden an der Mosel. Geogr, Ravenna IV. 26.Carvone. Itin. Peut. Rhenen W. Arnheim nach Mannert;Grave nach Simlerj Rawyk nach Alting; Celleren nachBertius; Arichen nach Minola.Caspingio : Syck und'Gorcum nach W. Giessen nach Bertius;Aspern (von dem Legaten L. Aspernas unter Varus !)nach Einigen, nach Andern Poederoyen. Peut.Cassell, gegenüber Düsseldorf, an dem Damme, der vonHeerd, am linken Ufer abwärts lief, sich dann , in fastrechtem Winkel, über Cassel auf Lörrick mehrere hun-dert Schrille vom Rhein entfernt herunter zog und sichgegen Lohausen wieder an den Rhein lehnte. Seine Be-stimmung war offenbar, die Ortschaften und Felder vorUeberschwemmungen, insbesondere aber die Heeresstrassevon Neuss auf Gelb und Asberg gegen Zerstörung durchdas Wasser sicher zu stellen. Der Damm besteht zumgrössten Theil noch jetzt. Da wo Cassel liegt, stand einCastell mit einer Besatzung zum Schutze des Dammes;Beweis dafür liefern die römischen Sachen, welche mandaselbs von Zeit zu Zeit ausgräbt: Münzen, Ziegel, Waf-fen, Gefässschcrben, von denen einiges sich im Antlqua-rium Guntrum befindet, insbesondere eine schöne Münze

von Tiberius. Auch die Gegend, wo jetzt der Gasthofzum Vater Rhein (seit Kurzem Porzellanfabrik) steht, ha-ben Römer bewohnt, wie man aus den dort gefundenenGefässscherben vermuthen darf. Diese letzte Stelle warzweifellos eine Rheininsel.Castell hei Sarburg. F. Münzen von allen Kaisern, Mauer-reste, Gefässe, Mosaikbilder. B. Jahrb. III 199 VH158, 160. Es stand dort ein römisches Lager, CastrumSarraeCastell bei Walendorf an der Sauer. B. Jahrb. II. 33.Castelle bei Neuwied, s. Heddesdorf und Niederbieber.Castellum Flevi, auf der Insel Vlieland. Tac. M.Castellum Menapiorum, Peut. blos Castellum, im Itin. an-derswo irrig Castellum Morinorum: Cassel, Stadt in fran-zösich Flandern, Departem. du Nord, auf einem einzelnstehenden Berge, mit weiter Aussicht nach dem Meereund ins Land. F. Münzen, Urnen, Baureste. Vergleicheoben S. 191.Castellum Trajani, ein von Trajan in dem Lande der Alle-mannen in der Maingegend angelegtes Castell. Amm.MarcellinXVIJ. 1. (nicht Caslra Trajani wie Einige glauben.)Castra Herculis. Peut. Herveit nach W. Dorenburg, in Win-kel von Rhein und Maas nach Seh. andere suchen esganz entschieden irrig in Erkelenz, Arckel, Cesteren an derLinge, Malburg oder Holedorn bei Nymwegen. Als im Jahre355 alle römische festen Plätze bis auf Coblenz, Remagenund dem Thurm bei Cöln (Alteburg) zerstört wordenwaren, haute Kaiser Julian 359 sieben neu auf, nämlich :Castra Herculis, Quadrihurgum, Tricesimae, Novesium,Bonnae, Antunacum, Bingio. Am. Marc. XVIII. 2. Seh. 33.Castra Hordeonii: 8 ) Uerdingen, seit 1330 Stadt. Vielleicht vonHordeonius Flaccus, zur Zeit des Kaisers Vitellius Legat amRhein. 9 ) F. Gräber, Münzen, Gefässe. R. 40. Die römischeNiederlassung ist vom Rhein verschlungen. Das jetzige Uer-dingen liegt, seit dem 14. Jahrhundert, mehr westwärtsals das römische.Castra Sarrae, siehe Castel.

Castra ülpia, 10 ) auch Tricesima, weil hier die XXX Legion,genannt Ulpia, lag: Birten. Peut. Itin.

') Darunter verschiedene etymologische, die trotzdem, dass sie auf den ersten Blick an die Ableitung des Wortes Fuchs aus .dem Griechischen kXmttij'Z erinneren, mit strengem Ernst und vornehmen Herabsehen behandelt wurden. Die Etymologie hat gewiss ihrenWerth, aber nur zu häufig ist sie dem Forschen hinderlich und wird gar zu bald lästig und lächerlich! Und das vornehme Herabsehen!Wenn alle, die sich dessen zu Schulden kommen lassen, wüssten, wie sehr sie dadurch verlieren, es würde bald aufhören.

8 ) Der Rhein hatte hier, wie die Brüche noch jetzt nachweisen, mehrere Arme, von denen einer Mors rechts Hess, der andre,von Essenberg abgehend, sich hinter Mors mit dem erstem wieder vereinigte und mit ihm bei Rheinberg wieder in den Hauptstrom mün-dete. Die Jansonius'sche Karte über die Fossa Eugeniana hat noch Spuren dieser Wasserverbindung: sie muss schon zur Zeit der Römervon wenig Bedeutung gewesen sein, weil sie sonst ihre Heeresstrassen von Neuss und Xanten nicht über Asberg gelegt haben würden.Rheinberg lag vormals, bis Anfangs des vorigen Jahrhunderts, am Rhein. Streversdorf in seiner Desoriptio Col. gibt die Entfernung derStadt R. vom Rheine auf 300 Schritte an, jetzt beträgt sie sohon eine Stunde. Die Verbindung ist dadurch verändert, dass der grosseBogen, den der Fluss dort machte, immer kleiner, die Strömung gerader geworden ist. Das jetzt bei Rheinjjerg noch fliessende Wasser, deralte Rhein, weist den frühern Lauf zum Theile noch nach. Andere, noch ältere Strömungen, von Neuss aus längst Kloster Meer, Crefeldnach dem Geldrischen, mit noch nachweisbaren Flusswindungen und Seitenarmen von Kliedbruch über Neufeld nach Rheurdt, sind dieVeranlassungen zu den grossen und zusammenhängenden Crefelder, Hülser, Stender, Langhorster, Aldekerker, Eylscher und Nieukerker Brüchenund in Folge dessen, wie sich unten zeigen wird, zu den Grenzen zwischen dem Mühlgaue und dem Ruhr- und Hattuariergaue.

°) Es ist nur Vermuthung, dass Uerdingen von Hordeonius gegründet und benannt sei, nachweisen lässt sich darüber bis-heran gar nichts.

10 ) Auch über dieses Lager sind die Meinungen sehr getheilt. Einige suchen es in Alpen, andere in Oleve, noch andere haltenes identisch mit Colonia Trajana. Möller in seiner Descrip. rheni. versetzt es sogar nach Zons. Nach Peut. sowohl als dem Itinerar lagColonia trajana eine Leuge unterhalb Yetera (Fürstenberg), wird jedoch im Itin. nur bei der Aufzählung von Leyden nach Strassburg ge-nannt. Bei der umgekehrten Ordnung von Strassburg nach Leyden fehlt colonia trajana, dagegen an der Stelle, woVetera, (d.h. statt diesesNamens die Ortsentfernung für Yetera) geschrieben ist, liest man darunter: ad castra leg. XXX ulpia, d. h. hier geht es auch zu dem Lagerder Legion XXX genannt ulpia. Demnächst ist die eine Leuga, welche für die Entfernung zwischen Yetera und Colonia Trajana bei dererstgedachten Route rheinaufwärts ausgeworfen war, bei dieser Route abwärts, auf der Colonia Trajana nicht erwähnt ist, in die Streckevon Vetera nach Burginatium hinzuaddirt; siehe oben die Route Nr. 26. Darnach ist es zweifellos, dass Castra ulpia nicht Xanten seinkann, es ist ja um eine Leuga näher nach Cöln berechnet. Dagegen werden die Castra Leg, XXX und Yetera gleich entfernt von Cölnaufgeführt und doch von einander verschieden, und dieses Alles erklärt sich, wenn man bemerkt, dass das frühere Birten und Yetera fastgleiche Entfernung von Cöln hatten, dass man, um nach Yetera zu kommen, auf den Berg steigen, nach Birten aber, rechts in der Ebenebleiben musste und dass, erst jenseits beider Orte, beide Heeresstrassen wieder vereinigt auf Xanten fortliefen. Schliesslich glaube ich, dassDerjenige, welcher die Lage des Fürstenbergs kennt und die Beschreibung von Yetera bei Tacitus IV. 23 liesst, keinen längeren Zweifelhegen wird.