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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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239
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____ j*39

Auch Arenatio lässt sich genau in dem heutigen Cleve nachweisen. Die Peutingersche Carte gibt dieEntfernung zwischen Born und Cleve und Nymwegen so an, wie sie noch heut zu Tage ist, nämlich von Born nachCleve zu 6 Leugen und von Cleve über Cranenburg, Ubbergen nach Nymwegen zu 10 Leugen; die Abweichung inder Beiseroute Nr. 26 ist keine, wie dort auseinander gesetzt ist, sondern Schreibfehler. >)

Bei I. ist zu berücksichtigen, dass in der letzten Position statt: m. p. m. 16 : Leugas 16 gelesen werden muss, was 24 römischen Meilengleichkommt; diese geben mit den zweimal achtzehn 60 römische Meilen, oder 40 Leugen. Nr. II. gibt ebenfalls 40 Leugen und t ei Nr. III.ist die Leugenzahl 40 ausdrücklich hingesetzt. Dieser Punkt wäre also überall in Ordnung. Dagegen liefern die einzelnen Positionen zumTheil sich widersprechende Zahlen. Um hier klar zu sehen, ist nothwendig, die wirklichen Entfernungen kennen zu lernen. Zu diesemBehufe, und um auch die andern Reiserouten unserer Gegend prüfen zu können, lasse ich hier eine vergleichende Uebersioht folgen; ichhabe dabei die preussischen Meilen und Minuten, wie sie sich nach den wirklich stehenden Minutensteinen der Chaussee oder nach dengewissenhaftesten Carten nachweisen lassen, auf römische Meilen und gallische Leugen reducirt.

Entfernungen nach den Meilensteinen auf der Chaussee.

Meil.Min. Röm.Meil,

Von Cöln bis Dormagen......2,40 = ll 26 % 0 o

,. Neuss, Oberthor .... 4,73 = 22 352 / 50u ,, Markt od. Rathhaus 4,82 = 23 68 / 500

Uerdingen......7,38 = 35 212 /.

r Bornheim (Moers) . .

,, Communalweg nach Repelen 9,77

Stromeurs......10,10 = 48 2 *% 00 = 32»% 0

Rheinberg, südl.Thor . . 10,40 = 49«o/ 500 53/- b0 n n nördl.Thor . 10,51 = 50 22 y 600 = 334'Vtso

Grünthal . -. . . . . 11,40

Füratenberg (Vetera) . . 12,50 = 60 =40

,, Xanten, südl. Thor . . . 12,65 = 60'-/ 5m = 4038D/, 50 nördl. Thor . . 12,76 = 61 */ soo = 40"V, 50

Marienbaum.....13,60

RehrumJ......14,00 = 67ioo/ 5(lo _ 45t°°/, 50

.' Qualburg ......15,86 = 76 »y 600

Cleve, Mitte der Stadt zwi-schen Brückthor und Ca-

rarienthor.....16,27 = 773 48 / 500

Cranenburg, Mitte d. Stadt 17,64 = 84My 500 = 5633% 0

' Ubbergen......18,92 = 98 % 00 = 60«y j60

= 61«% 0

Gall.Leug.= 7 51 %5o= 15 ,02 Ä5o= 15 6, %o= 23" 2 / 750= 28"»/, 50

=? Ö1 3H A5

= 515»»/75

II. Entfernungen nacli den Cataster - Carten.

Pr.Meil. Biim.Meil.Von Dormagen nach Bürgel .... 0,65 = 3 6 %oo

BürgeFnaeh Neuss......2,00 = 93°% 00

Neuss nach Gelb...... 2,20 = 10 28 % 00

n Kaldenhausen . . . 3,20 = 15 18 % 00

Asberg......3,75 = 18

Gelb nach Kaldenhausen . . . . 1,00 = 4 40 °/ 500

Kaldenhausenn.Fürstenberg (Vetera) 4.30 = 20 22 %oo

., Asberg nach Fürstenberg .... 3,85 = 18 21 % 00

n Xanten ..... 3,95 = 18"o/ 500

Xanten über Kehrum nach Born . 1,55 =

Kehrura nach Born......0,20 =

Fürstenberg (Vetera) nach Born . 1,75 =

Born nach Cleve.......1,95 =

Cleve nach Ryndern ..... 0,40 =Ryndern nach Millingen .... 1,10 =Millingen nach Nymwegen . . 1,80 =

Xanten nach Sonsbeck .... 1,10 =Sbnsbeck nach Geldern .... 1,45 ==

Geldern nach Pont......0,45 -

Pont nach Sand.......0,90 =

Pont nach Venlo (Blerick) . . . 2,30 =Sand nach Venlo (Blerick) . . . 1,50

7"%c

/500

8 20 %oo =9 ,8 %oo =l 4,n / 6 oo =5 ,4 %oo =8«%oo =5 14 %oo =6 48 %oo =2 8 %oo =4' 6 %oo =11 2 %oo =7'°%oo =

Leugen.= 2 «>/

= 7 30/

= 10 lBO /,»o

: 12

= 3«o/, BO

= 13 5/, 60

= 12 21 %>o

13 13 %6b

= 4"%5048 7,5C,: & 45 %50

6 18 % 5 o

1 21 % M

3 M %o5 5 '% 8 o

3 M %504 4fi %501 33 %50

7"%,

I. Itinerar.

Veteribus (Fürstenberg)

Calone (Kaldenhausen)

Novesiae (Neuss)

Bei diesem Orte ist der Markt be-rücksichtigt, weil dort das alteNeuss seine eigentliche Stelle hat.

Colonja Agrippina

dass die grösseren Brüche als Ganze aufgeführt werden, so erhält man in Leugen folgendes

Peutinger.

Wenn man nach diesen Resultaten jene einzelnen Positionen auf die soeben gefundenen wahren Entfernungen zurückführt und dabei nachArt der Römer die Bruchtheile so behandelt,Resultat:

II. Itinerar

Colonia Agrippina

Durnomago (Dormagen)

Burunco j

Novesio | über Biirgel naoh Ne " SS

Gelduba (Gelb)

Calone (Kaldenhausen)

Veteris (Fürstenberg)

1410

16

40

73

14

40

III.

AgripinaNovesio

Assiburgia (Asberg)Veteribus

161212

40

\

Die Differenzen, die sich (abgesehen von den Schreibfehlern) hier und auch an andern Stellen der Reiserouten finden, sind, soweit sie eineMeile nicht übersteigen, offenbar Resultate der Calculationen, sei es, weil man, wie ich vorher sagte, die Bruchtheile stets unberücksichtigtHess und daher diese durch ganze Zahlen hier und da ergänzen rnusste, wenn nicht auf längeren Routen bedeutende Abweichungen vor-kommen sollten, sei es, dass man die Absicht hatte, wie noch jetzt in Frankreich bei den Extrapostpferden und Postillonen, denen man ingrösseren Städten die erste Meile doppelt rechnet, um sie für den Aufwand, den solche Städte bedingen, zu entschädigen.

l ) Man will Cleve nicht als Arenatio gelten lassen, indessen ausser den Entfernungen, die so entschieden dafür sprechen, gibtes noch viele andere Gründe, welche uns zu der Annahme nöthigen: 1. die beiden noeh jetzt nachweisbaren Römerstrassen, welche von Cleveeinestheils direct und anderntheils indirect (über Nymwegen und mittelst Umwegen) nach Holland und Leyden führen (oben S. 234, 23638);2. die für eine Festung im römischen Sinne ausserordentlich günstige Lage. Cleve enthält alles, was Tacitus bei Vetera als vortheilhaft einemfesten Punkte hervorhebt und was Vegetius dafür verlangt. Es ist wie Vetera und Elten hoch gelegen, kann von beiden Punkten gesehenwerden und sich durch Zeichen verständigen, liegt in fruchtbarer Gegend, ist mit gutem Wasser versehen und bietet Holz in Masse. 3. Are-natio als Strassenknoten , konnte, wenn man die Strasse nach Nymwegen ins Auge fasst, nicht unterhalb Cleve liegen, die Strasse hättedann sofern der Lauf der Waal von Cleve nach Cronenburg ging, auf deren rechtem Ufer sich befinden und zweimal, um nach Nymwegenzu kommen, übersetzen müssen; ausserdem hätte der Knotenpunkt in der, den Ueberschwemmungen ausgesetzten Düffel gelegen, was beidesder practische Römer ungeeignet gefunden haben würde. 4. Unterstützt die ausserordentliche Anzahl von Alterthümern, welche in und beiCleve gefunden sind und auf eine langjährige Niederlassung der Römer schliessen lassen. 5. Rynderen als Arenatio zu nehmen, ist (ausserwas oben bei 3. gesagt ist) schon deshalb unzulässig, weil es flach liegt und die Römer einen solchen Punkt zur Befestigung nichtgewählt haben würden, so lange sie einen Höhepunkt, wie hier Cleve, zur Hand hatten. Man braucht nur andere römische Befestigungenund namentlich die in Italien sich anzusehen, um sich für Cleve und gegen Rynderen zu bestimmen ; letzteres kann indessen ein vorge-schobenes Werk von Cleve gewesen sein.