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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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die Stadt vom Prinzen Wilhelm von Oranien auf seinem Zuge zum Entsätze von Bergen, welches Alba belagerte,erstürmt; der Grund war, weil von der Stadt aus seinen Soldaten, welche davor ein Nachtlager bezogen hatten, dieVerabreichung von Nahrungsmitteln verweigert worden war. Die Stadt wurde geplündert, der Prior der Carthäuser,zwei Priester, der Caplan des Bischofs und ein Franziskaner vor dem Altare wurden erschlagen. Die Spaniereroberten die Stadt zurück, worauf sie 1587, nachdem sie 1578 von dem holländischen General Grafen v. Hohenlohevergebens blockirt worden war, durch den Prinzen Friedrich Henrich von Oranien erstürmt wurde, gegen den indessen,als er vor Breda lag, die Rückeroberung durch den Cardinal Ferdinand von Oesterich durchgeführt wurde. Im Jahre1598, den 25. August huldigte die Stadt mit dem Oberquartiere dem Erzherzoge Albert von Oesterreich, der dieInfantin Isabella von Spanien geheirathet hatte.) Am 12. Juli 1600 ,schrieb Erzherzog Albert der Stadt und denStänden, dass er den Grafen von Berges 2 ) zum Gouverneur von Gelderland ernannt habe, mit dem Rechte, 500 Mannals Soldaten auszuheben und dafür 2 Kapitaine zu ernennen; was die Stände für die Vollziehung dieser Verordnungausgeben möchten, solle auf die von ihnen verwilligten Hülfsgelder abgeschrieben werden; möchten später neueAushebungen nothwendig werden, so wolle der Erzherzog jede Ausgabe dafür, so wie Alles, was über jene Hülfsgelderhinaus verausgabt werden müsse, ersetzen. Im Jahre 1653 war der König von Schweden zu Roermund und am18. Mai 1744 huldigte dort das Land dem Prinzen Carl von Lothringen; die dabei stattgehabten Feierlichkeiten undCeremonien sind weitläufig in den ständischen Protocollen beschrieben.

Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen die Äbtissinnen des Münsterstifts und dessen Necrologium. 3 )Die Ersteren hiessen:

I. Richardis von Nassau, Mutter des Stifters, regierte seit 1218 zehn Jahre. Unter ihr bestätigte PapstHonorius v. Cal. Februarii 1223 die Stiftung, 4 ) wobei er die Abtei ermächtigte, selbst während eines InterdictsGottesdienst zu halten und jeden Raub, Diebstahl, jedes Feueranlegen, Blutvergiessen, Misshandeln, Einfangen oderTödten von Menschen innerhalb des Klosters oder auf seinen Speichern mit Excommunication belegte. Ihr zu Liebebestätigte ihr Sohn Gerard am XIV. Cal. Julii 1224 zu Utrecht die Stiftung in einer Urkunde, worin als Zeugenerscheinen: der Edelherr Henrich de Monte, Wolter von Gelre, Gerard von Barsdunc, Henrich dessen Bruder,Arnold von Wachtendonc, Gerard von Rothem, Theoderich, Advocat von Ruremond, und Nicolaus, Schreiber derUrkunde. Richardis starb am 20. September. Sie schrieb sich 1223 Richarde van der Gehencknis Gaeds Abdissatoe Ruremund. Unter ihr thaten Profess: Elisabeth, Gräfin von Geldern. Catharina von Pont. Catharina Springentguet.Aleid von Stockhem. Oda. Tochter des Grafen von Jülich und Hildegund von Kessel.

H. Elisabeth, Gräfin von Geldern, erwählt 1229, regierte 25 Jahre und starb am 27. September. Unterihr thaten Profess: Catharina von Rure, Aleid von Huemen, Jetta von Blitterswick, Guda von Horst, Bela von Horst,Aleid von Odenkirchen und Isabella von Eggenraidt.

IH. Oda von Jülich wurde 1251 erwählt und starb 6. September. Unter ihr thaten Profess: Clementine,Gräfin von Geldern, Beatrix von Pardeler, Elsbene von Mystey, Elise von Macheren, Agnes von Brempt, Gertrud vonWambach und Agnes von Herpes.

Rechte, als sie sich beklagten: dass Bischof Franz Ludwig, 1736 18. April, die Frau des Herrn yon Trist (Herrlichkeit im Amte Montfort)Nachts mit Gewalt aus ihrem Hause entführt und zu Roermund in das Kloster Mariagarten eingesperrt habe. Das Kapitel derBischöflichen Kirche bestand aus 12 Domherren. Lindanus war ein gelehrter Mann und Verfasser -vieler Schriften. Ausser ihm hatRoermund noch viele andere Schriftsteller aufzuweisen, so Denys Rykelius, gewöhnlich Denys der Karthäuser genannt, f 1471. GerardMercator, berühmter Mathematiker und Verfertiger der trefflichen Land- und Seekarten, -f 1594. Bartholomäus, Prior des KarthäuserKlosters. Theodor Gramineus, Mathematiker. Gerard Johann Vossius, f 17. März 1640 zu Amsterdam, einer der berühmtesten Gelehrten.') Das Obex'quartier nahm dabei den Rang nach Luxemburg, aber vor Flandern ein. Der Eid, den der Bürgermeister vonRoermund bei dieser Gelegenheit leistete, lautet: Ich geloeue ende swere, dat ick dat Burgermester ampte nae der Stadt Rechten,priuilogien endo alden hercommen van desen dach aen, tot St Petri ten Sextel nv ouer ein jair getrouwelick ende vromelick nae meinerbester weet hueden, wroegen ende bedienen sal tot diensten van ihr Durchlaucht hertzogen, hern Albert ende Vrouwe Isabelle, ende totoirbaer, nutz ende profyt von dese Stadt . dero beyder arg cmle schaden ick werchen, affwenden ende beste beuorderen sal nae allen meinenvermoegen. Sal oick geenen nieuwen bouw aenfangen, noch eeniger vernieuweronge jnfueren noch doen . dan mit weten . wille ende consentvan ein ersame Magistraet . ende sunst in allen mich getrouwelick halden so wel tegens jro durchlaucht als tegens der heyliger catholischerroomscher Kercken. Soe helpe mich godt ende alle syne leuen heyligen. Der Bürgermeister, welcher die Computation hatte (Pei^nings-burgermester) hatte folgenden Zusatz in seinem Eide: Sal oick der Stadt penningen getrouwelich ontfangen jn beuren ende vuytgeuen .ende daer van goet . bescheydelich Register ende Kekeninge halden, ende daer jnne nyet myn eygen . sonder der Stadt profyt soecken.

2 ) Im Jahr 1634 wurde der Stadt angezeigt, dass Berges am 13, Mai verurtheilt sei: deelare convaineu de crime les<5 majeste'pour cas de rebellion, sedition et trahison et comme tel dechu de toutes diginites, droits et condamne d'iHre conduit sur un echaffaud ety avoir la tdte tranche. Stadtarchiv.

3 ) Franz Anton de Kölcken, Secretair des Stifts, hat eine Reihefolge der Äbtissinnen in einem Manuscripte aufgezeichnet,welches den Namen führt: Nomina, Cognomina, aetates ao patria illustrissimarum ac reverendissimarum dominarum Abbatissarum nee nonpraenobilium ae religiosarum dominarum perillustris ac regiae abbatiae ad Sanctam Mariam in Ruremonde in quantum ex ejusdem abbatiaemonumentis colligere potuit. Dieses Manuscript ist obiger meiner Arbeit zu Grunde gelegt; es befindet sich, ebenso wie das Necrologiumsammt den Copialbüchern und sonstigen Urkunden des Stifts im Besitze des gelehrten Notars, Herrn Guillon, der mir bereitwilligst allediese Quellen zur Verfügung gestellt hat. Es steht eine speeielle Geschichte des Stifts aus seiner Feder in Aussicht. Sehr zu wünschenwäre es, wenn derselbe auch mit einer Geschickte der Stadt Roermund vorgehen wollte, wozu ihn sein Wissen und seine privativen;grossartigen Archivschätze und antiquarischen Sammlungen vor allen anderen besonders befähigen,

4 ) Teschenmacher Annales Cliviae, Juliae, Montium, S. 490, sagt: die Stiftskirche sei erst 1224 von Erzbisehofe Engelbertvon Cöln eingeweiht, wobei er die vorgenannte Personen als Zeugen benennt. Auch meint er: die Stiftung selbst sei erst in diesem Jahregeschehen, allein dem widersprechen die Urkunden und obige Grabschrift.