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Dieser Sitz Pescli hat noch jetzt das Patronat über die Kirche zu Immerath, dem heiligen Lambertusgewidmet, woraus folgt, dass diese Kirche von Pesch aus fundirt ist. Wann dieses geschehen, steht zwar nicht fest,aber es lassen sich Gründe anführen, welche auf ein hohes Alter der Kirche hinweisen. Nach dem liber valoris 1 )bestand sie schon vor 1316 2 ) als Pfarrkirche zu Emuntroide. 3 ) Neben dem Patronat über die Kirche hatte das HausPesch auch einen der drei Altäre dieser Kirche, denjenigen, welcher der heiligen Anna gewidmet ist, zu vergeben.Ueber die beiden anderen gebührte dem Pfarrer und den Kirchmeistern rücksichtlich des st. Nicolaus-Altars und denNachbarn rücksichtlich des st. Agathen-Altars die Collation. Ein Personat, welches ausserdem besteht, vergibt derEigenthümer des Hauses Pesch, dem auch die Collation der Hauscapelle des Hauses Pesch, dem heiligen Georggewidmet, gebührt. Die letztere ist mit 40 Morgen Ackerland und einer jährlichen Sackrente von 22 MalterRoggen fundirt.
r-—<r ---------1 Nach dem Sitze schrieb sich ein Ritter-Geschlecht, welches aber von gleichnamigen
>. \ andern Ritter-Geschlechtern schwer zu unterscheiden ist. Darunter war eins mit dem Beinamen
von Auweiler, (einem Dorfe bei Göln, Bürgermeisterei Polheim,) welches, wie hierneben, zweirechtsschräge Balken mit einem Turnierkragen führte und zu dem Geschlechte Scherffgen wirdgehört haben. Aus dem Geschlechte, welches das obige Pesch bei Immerath besessen hat, warvielleicht Daniel von dem Pesche, der 15. Juni 1346 (bei Lacomblet) vorkommt. Damals alsErzbischof Walram von Cöln dem Könige Jobann von Böhmen, Grafen von Luxemburg, seine Stimme dahin verkaufthatte, dass er dessen Sohn Carl zum deutschen König wählen wolle, musste der König für sein Gegenver-sprechen, die Schulden des Erzbischofs zu zahlen, vierundzwanzig Bürgen stellen und darunter den gedachten Danielvon dem Pesche, der Ritter war. Später 1534 kommt Heyne (Henrich) zum Pesch als Besitzer vor; er war
aus dem Geschlechte Hpen und Ritter. Dessen Tochter Aleid, Erbin zuPesch, heirathete Werner von Schönrode und hinterliess von ihm 2 Söhne:1. Franz, Erben zu Heiden bei Aachen, der eine Batenburg heirathete*)und 2. Johann von Schönrade, Herrn zu Pesch, der kinderlos starb undseiner Frau, Maria von Reifferscheid, den Sitz Pescli hinterliess, die ihn aufihren zweiten Eheherrn Goddert von Bocholtz brachte. Im Jahre 1700 findensich die Herren von Bongard zu Paffendorf im Besitze von Pesch; sie habenihn noch gegenwärtig. Die Schönrode führen, wie neben, einen querge-theilten, oben blauen, unten goldenen Schild, mit einem darüber liegendenRoth und Silber geschachteten rechtsschrägen Balken und auf dem Rothgekrönten Helme einen offenen goldenen Adlerflug; sie sind in den Bongardausgestorben.
Der Sitz Pesch hat zur Zeit noch 600 Morgen Ackerland, gehörtalso unter die grösseren Höfe des jülicher Landes. Die Abbildung davon,wie sie an der Spitze dieses Artikels steht, ist einer Karte von 1690entnommen und entspricht noch dem gegenwärtigen Zustand, nur sind diebeiden runden Thürme verschwunden. So grossartig übrigens das Hausaussieht, so wenig entspricht das Aeussere seinem Innern. Es hat, wennman in seine Thür eintritt, links nur ein grösseres, gegen 20' langes, 16' breites Zimmer, rechts die Küche miteiner Gesindestube, zwei Schlafzimmer, die Hauscapelle (in einem Thurme) und die V<iehställe. . Alles darübergelegene (1. und 2. Stock,) war bis vor Kurzem stets nur Speicher, zu denen eine Treppe führt, die so steil ist, dasssie kaum 5 Zoll Antritt bei fast 7 Zoll Auftritt hat. So war früher ein Dynastensitz beschaffen. (Die Schönrathdürfen nämlich den Dynasten gleich gezählt werden). Es leuchtet daraus die einfache bescheidene Lebensweiseunserer Vorfahren hervor, die wesentlichste Stütze ihrer Kraft und Ausdauer. Ist auch das Gebäude nicht mehrmateria informi, wie Tacitus 5 ) die Wohnungen der alten Deutschen beschreibt, und schon Mauerstein und Dachpfanneangewendet, so hat doch das Innere noch nichts, was den Körper verweicldigt und den Geist träge macht, oder wasnoch schlimmer ist, den Neid der Geringeren gegen die Vornehmen auf kleinliche Dinge richtet.
') Binterim und Mooren, Erzdiözese Köln. Mainz 1828, Bd. I., S. 189.
2 ) Ebenda, Yorbericht, S. XIX.
33 Offermann, in seiner Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Burgen und Klöster in den Kreisen Jülich, Düren, Erkelenz,Geilenkirchen und Heinsberg, Linnich 1854, S, 147, behauptet, schon 1200 den Ort als Itnmuntroid gefunden zu haben und führt Imrao,Grafen des Mühlgaus, als den ersten Gründer an. Ich vermuthe, dass er für seine Leseart keine andere Quelle als das obige liber valorishat und dass das Uebrige lediglich Conjunctur von ihm ist,
4 ) Siehe meine Geschichte der cölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter, II. Band, Seite 133.
5 ) Germania 16