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auch dazu die Dörfer Nichauscn und Fölzen, und die volle Gerichtsbarkeit, Jagd, Fischerei und namhafte Gefalle. DieGerichtsbarkeit wurde während der Regierung Ilieronymus Napoleon, Königs von Westphalen, genommen, die Jagdim Jahre 1848, beide ohne Entschädigung. Die Gefälle wurden zum lSfachen Betrage ablösbar erklärt, die Fischereiauf der Nette besteht noch fort. Die drei Güter sind mit grossen, massiven und schön gebauten Oeconomie-Gebäudcnversehen; ausserdem hat Niesen selbst noch ein herrschaftliches Schloss, von dem ich vorstehend. eine Abbildungliefere. Es ist ganz massiv gebaut (Mitte des vorigen Jahrhunderts) und gehört dazu, ausser dem Gemüse- und Obst-garten, ein weitläufiger Park mit grossartigen Anlagen, prachtvollen Bäumen und lieblichen Aussichten. Von der vor-maligen Burg steht noch das Hauptgebäude, inmitten vor dem vorstehend abgebildeten Schlosse und vielleicht nur 50Fuss von demselben entfernt. Sie wurde in diesem Zustande 1749, nachdem sie fast in Trümmer verfallen war, durchEngelhard Ignatz von Bocholtz hergestellt, wie die Inschrift über der Thür sagt: Anno domini 1749 hanc veteremfamiliae de Niehusen sedem cum interitu familiae pene collapsam magno aere reparauerunt D. Engelhard Ignat. deBocholtz Archisatrapa et Mar. Therese de Asseburg conjuges. Ihre Ansicht liefere ich unten bei Nr. 35, nur sind derThurm und die Mauern verschwunden. Die neben dem Schlosse oben abgebildete Hauskapelle ist 1674 erneuert, wiedie Inschrift sagt: R mi ac Praenobiles D. D. Fridericus et Engelbertus a Niehausen fratres et canonici capitularisEcclesiae Hildesh. et Ilalberst. hoc sacellum restauraverunt Anno 1674.
Im Innern dieser Kapelle steht neben dem Altare ein Leichenstein an der Wand mit folgender Inschrift:Dem hier ruhenden Wilhelm Friedrich Grafen von Bocholtz, ihrem innig geliebten Gatten und Vater, setzten diesesDenkmal die trauernde Gattin Karoline Gräfin von Bocholtz, geb. Freiin v. Weichs und ihre Kinder Diedrich, Klotildeund Hermann. Ward geboren den 27. April 1768, starb den 27. Februar 1835.
Der Grund und Boden, der zu den genannten drei Gütern gehört ist ein sehr fruchtbarer und hat sich, alssolcher, wie die Urkunden nachweisen, auch schon in früheren Zeiten bewährt, denn die nachfolgenden Regesten sagen,dass dort schon neben Roggen und Hafer auch Weizen und Gerste zu einer Zeit geliefert, also auch gebaut wurde,wo in dem grössten Theile Deutschlands nur noch von den beiden ersten Fruchtgattungen die Rede war. Jetzt trägtder dortige Acker nicht allein die genannten vier Früchte, sondern auch Raps, Klee in allen Sorten, Erbsen, Bohnen,Kartoffeln, Rüben, Runkeln und jede Art Gartenfrüchte, daneben stehen Vieh- und Schafzucht in hohem Flore.
Ich lasse nun den Inhalt der Urkunden des Archivs, so wie des Missale der Hauskapelle folgen.
1. Conrad, Edelherr von Schonenberg mit seiner Frau Aleid, übertragen ihre Curie in Redere, so wie sievorher Ritter Conrad gt. Hardeke zu Lehn getragen hat, an Conrad genant Weten Bürger zu Warburg und Herrn GerhardSchultetus, 1274 pridie bti. Johannis Bapt. (23. Juni.)
2. Johann von Nihusen, Zeuge bei einer Urkunde ausgestellt zu Brakel, worin die Herren von-der Asseburgzu Hinnenburg zu Gunsten des Klosters Marsberg auf ihren Zehnten zu Vlechlen verzichten. 1300 in vigilia btorum.Philippi et Jacobi apost. (30. April.) Aus dem Archive Dalheim.
3. Auszug aus dem Saalbuche der Abtei Pleerse über das, was die Niehausen bezahlen, und was in das AmptNiehausen gehört. Datum 1363. Ludolff vonn Nihusenn to Peckelssenn vifFtehalve hove Landes jnn dem felde to Peckelssendar gifFt he von alle jare den junckfruwen to hersze v ß to kledergelde unde der Ebdissen to hersse eyn punt Wasses.Item eynen BuwehafTtigen hoff to Helmeren dar gevet he ockt äff eyn punt Wasses jnn der Ebdie to hersze. Nihusen datAmpt: Engelhart von Nihusenn hefft von der Ebdissesche to hersze dat Ampt to Nihusen; dar höret jn Borch dorp mitGerichte unnd beide Mollen, kern eyne hove to Luthardessen. Item den teyeden over dri Marcke, alsse js de Teyeden toSwerdessnn, to Luthardessen und to Nihusenn; Utgenomet den smalen Teyeden geheten uchten to Nihussen, unde den flasTegeden de höret szunderlinges jnn de Ebdie to hersze unde ock utgenomet eyne hove geheten de Bodelhove, de schal eynEbdische vorleynen eynen de eren mann vorbodet to Leynrechte. Item höret dar jn dat Ampt to holt geheten dat Boekholtunde de Ostcrberch, dat holt geheten der thornsche ladt. Von dussem Ampte js he schuldich alle jar to gevede xxviii
Malder haveren, vi Malder weles, szeven malder Rogger, groter herszescher Mate, viii vette swyn, vi mr. swarer------und
iii mr. vor schapgelt.
4. Otto, Bischof von Paderborn, belehnt auf Bitten seines Blutsverwandten, des Bischofs von Münster, denHelmich de nova domo mit Gütern an der östlichen Seite der Villa Elsen gelegen, welche vorher Henrich von Suderholtezu Lehn getragen hat und hält sich die Löse mit 10 Mark paderborner Denare vor. Zeugen sind: der Bischof von Münster,Conrad, Graf von Rietberg, Richard genant Vos, Ecbert von Batenhorst, Reynher Crevet und Berlold von Brenken, alle Bitter.1305 ipso die festi Nalivitatis bti. Johannis Evang. (24. Juni).
5. Nachdem Hermann, Abt, und das Kloster Marien Münster bei Schwalenberg die Burg und Stadt tho demVorde, welche von dem Kloster auf seinem eigenen Grunde erbaut sind, mit dem Gogerichte und allem Zubehör dem StiftePaderborn unter gewissen Vorbehalten geschenkt haben genehmigt Bernard, Bischof von Paderborn, die Schenkung und ertheiltdem Kloster gewisse Bcchte und Freiheiten. Zeugen sind; Ludolph, Dechant der Kirche St. Petri et Andreae zu Paderborn,Heinrich, Dechant der neuen Kirche St. Petri in Höxter, Bertold, Pastor in Brackel, Liborius, Notar des Bischofs, Everhardvon Mengersen, Ulrich von Nedere. Gegeben Paderborn 1324, in die B. Petri apli. ad Cathedram (22, Febr.)
6. Ecbert Speygel, Ritter, verpfändet für 4 Mark reines Sdber und 18 Soldi schwerer Denare, WarburgerWährung, seine Curie zu Wepzelde an Herholt Leymann und dessen Frau Anna. 1345, in craslino beati Bonifaci epi.(4. Juni.)