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3urghaus zu Grave.
16.—17. Grave, Gonda.
Grave ist eine Stadt mit ehemaliger Herrlichkeit an der Maass, vormals den Herren (Dynasten) von Cuyckgehörig und deren Hauptort. Sie wurde 1325 an Johann, Herzog von Brabant, verpfändet, 1328 Brabanter Lehn, 1568von den Generalstaaten den Spaniern genommen, darauf von letzteren und demnächst 1602 vom Prinzen Moritz vonOranien zurück erobert und 1648, im westphäl. Frieden, dem Hause Nassau-Oranien, resp.Holland, definitiv zugesichert.Die Stadt stand unter einem Amtmann, dessen Stelle das Geschlecht Bocholtz lange Zeit bekleidet hat. Das Haus ander Spitze dieses Capitels ist dasjenige, welches das Geschlecht daselbst bewohnte; es lag, von einer Bastion undWassergraben geschützt, am Ende der Stadt, und ist einer Abbildung vom Jahre 1648 in J. Blaew Novum et magnumtenatrum vrbium Belgicae entnommen. Es wird im Theilbriefe vom Jahr 1538 (Bd. IL, S. 112) erwähnt.
Gouda (sprich Gauda) ist ebenfalls eine Stadt in Holland an dem Zusammenflusse der von Alpen kommendenGouwe und holländischen Yssel, jetzt mit 14,000 Einwohnern und durch Eisenbahn mit Rotterdam und Amsterdamverbunden. Die Stadt ist sehr alt, wie die römischen und fränkischen Münzen nachweisen, welche dort ausgegrabenworden sind. 1272 wurde sie mit städtischen Freiheiten begnadigt. 1338 brannte sie bis auf fünf Häuser ab. IhrePfarrkirche zum h. Johannes ist die grösste in Holland und hat weltberühmte gebrannte Fenster. Gouda hatteursprünglich seine eigenen Herren, von denen Dirck von der Gouda, Ritter, als Rath des deutschen Königs Wilhelm vonHolland vorkommt, später fiel es an die Grafen von Blois. Die ersten Herren und ihre späteren Amtleute hatten ihrenSitz auf dem dortigen Schlosse, welches jedoch 1575 abgebrochen ist. Zu der Herrlichkeit Gouda gehörten Steyn,Willens, Corteharlen, Vrye-houf, Calvern-brouck, Gouderack, Bloemendail, Brouck, Thuyl und t'Wecghjen.
Auch dort hat eine Linie des Geschlechts Bocholtz längere Zeit die Amtmannsstelle in Pfandnutzung gehabtund ein Wohnhaus besessen.
Sohloss Orey.
18.—19. Rittersitze Grandville (Grossstedt) und Orey.
Grandville liegt im Königreich Belgien, an einer der ehemaligen grossen römischen Heeresstrassen, auf demWege von Lüttich nach Brüssel, hat jetzt 80 Wohnhäuser mit 400 Einwohnern und 341 Hectaren Ackerland. Oreyist ein Dorf an der Geer, gränzt westlich an Grandville, nördlich an Vechmael (Limburg), nordwestlich an Otrange,östlich an Thys, südöstlich an Fizc le Marsal, südlich an Lens sur-Geer, nordöstlich an Waremme. Es war ehemalseine Herrlichkeit damit verbunden. Die Kirche daselbst, dem h. Clemens gewidmet, ist Filiale von Lens, und hat v.erErmessen: 11. März, 2. Mai, 2. Juli und Dienstag nach dem ersten Sonntage im October, und die Feldmark zählt449 Hectaren Ackerland, 80 Pferde, 40 Kühe und 620 Einwohner, worunter 1 Notar, 1 Doctor der Medizin, 1 Chirurg,2 Hebammen, 2 Apotheker. Der Boden ist stellenweise sumpfig und sandig, im Allgemeinen aber lehmig undfruchtbar. Der Untergrund ist meist Kreide und Kalk, mit Feuersteinen untermischt. Man baut Weizen und Roggenund macht Käse. Das Dorf hat ein altes Schloss, jetzt Sitz der Gensdarmerie, einst der Herren dieser Herrlichkeit.Von ihnen ist Johann bekannt. Er war 1326 Feldoberst zu Lüttich und nannte sich Herr von Oreilhe (so wurde derOrt damals geschrieben); dem Stamme nach war er aus dem Geschlechte Jeneffe, führte aber diesen Namen nicht.Das Schloss Orey wurde 1636 erobert, ausgeplündert und zerstört; die vorstehende Ansicht davon .st nach der
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Fahne, Bocholtz- IL