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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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vorbei, und tritt dann in den Kreis Kempen , und von dort in der Richtung zwischen Viersen und Pulken inden Kreis Gladbach. Auf der bisheran beschriebenen Strecke ist sie überall noch Fahrweg zwischen 2024 Fussbreit und als Carlsstrasse bekannt. ') Im Kreise Gladbach, wo sie vor einigen Deeennien ebenfalls noch 2024 Fussbreit war, in Folge der zunehmenden Industrie und Bevölkerung aber stellenweise zu einem Feldwege zusammen-geschrumpft ist, führt sie den Namen Caarstrasse, was deutlich genug an Carlstrasse erinnert. Sie nimmt dort ausder Richtung zwischen Viersen und Dülken kommend, ihre Richtung auf Gladbach, bei dem sie eine Viertel-Stundewestlich vorbeiläuft, durchschneidet demnächst die Aachener Heerstrasse, zieht sich über Pon"-scheide nach Castcrund von dort nach Jülich und Aachen. Sie war im Kreise Gladbach noch im vorigen Jahrhundert die llaunt-Fahrstrasse auf der westlichen Seite der Stadt Gladbach, während südöstlich von dieser Stadt eine zweite Strassebestand, welche nach Neuss führte und auf der Zoll erhoben wurde.

Bocholtz wird zum ersten Mal im Jahre 1096 urkundlich erwähnt. 2) Seine Burg und Gehöfte wurden soweitdie Nachrichten zurückreichen, stets von der Familie von Bocholtz besessen und gehörten ursprünglich wohl, zweifellosdazu die beiden dabei liegenden Dörfer Ober- und Niederbocholtz, beide links von der Carlsstrasse in beschriebenerRichtung, jedes gegenwärtig mit 9 Wohnhäusern und 16 landwirthschaftlichen Gebäuden, und jenes mit 70 diesesmit 72 Einwohnern; ferner der Weiler, die Vierhöfe, 4 Wohnungen mit 8 landwirthschaftlichen Gebäuden und37 Einwohnern, so wie mehrere andere Güter. In der letzteren Zeit gehörten zu ihr, ausser den beiden danebengelegenen Ackerwohnungen, nur noch der Brockerhof an der entgegengesetzten Seite des Dorfes Lobberich.

Was noch sonst von Bocholtz zu erwähnen ist, wird im Laufe der Geschichte später entwickelt werden.

Ansicht des Rittersitzes Ingenhoven (Haus Lobberich).

Der Rittersitz Ingenhoven, jetzt auch Haus Lobberich genannt, liegt in dem Dorfe Lobberich selbst,unmittelbar hinter der Kirche. Er wurde deshalb noch im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert in den Urkundenmehrfach nur der Hof hinter der Kirche zu Lobberich genannt; sonst hiess er eigentlich der Hof (Curia) y.ax'ti,nyj]v,weil er der erste Sitz in der Herrlichkeit Lobberich war, und da die Namen der Sitze im Gelderlandc meist declinirtwurden, so entstand daraus der SitzIn gen (den) Hove", woraus später durch Contraction Ingenhoven geworden ist.Eine Ansicht davon, wie sie sich gegenwärtig gibt, steht an der Spitze dieses. Zu diesem Sitze gehörte eine grosseLatenschaft (Layschaft) und Bank, ein Beweis, dass der Sitz einst ein Dynasten-Sitz war. Ich werde diesem unten einbesonderes Capitel widmen.

Soweit die Urkunden zurückreichen, hielten die Bocholtz stets auch diesen Sitz inne, bis er am Ende desvorigen Jahrhunderts durch zwei Erbtöchter factisch dem Geschlecht entfremdet wurde, wie die spätere Geschichtezeigen wird.

') Als solche ist sie auch in der Karte des Kreises Geldern Von dem Premier-Lieutenant M. Biiyt in Nieukerk, vorlegt zuMainz bei Lenhard, eingetragen.

2 ) L. Ph. C. van den Bergh, Handboeck der Middel-Nederlandsohe Geographie naar de Bronnenbewerko, Leiden bei E. J.Briee, 1852, 2 Bde., 8°. Die Urkunde steht in: Notiee historique sur l'ancien chapitre de chanoinesses nobles de Munsterbilsen. Gand,1848. 8° S. 45 und 40.