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Ansicht der Burg Eocholtz.
9. Die Burgen Bocholtz, Ingenhoven und die Herrlichkeit L.obbericIi.
Die Burg Bocholtz mit dem dazugehörigen Ackerhofe, eine Viertel-Stunde von Lobberich, zwei Stundenvon Venlo, 2>/ 2 von Viersen, 5 von Geldern und ebensoweit von Crefeld, gehörte bis zum zehnten Jahrhunderte zudem Erzstifte Cöln, Decanat Süchtelen (oder-, was unwahrscheinlicher, Geldern), wurde dann gleichzeitig mit demKirchspiele Lobberich, Venlo und Tegelen vom Erzbischofe Evergerus gegen die Kirchen Gladbach und Reith i) andas Bisthum Lüttich abgetreten. Die Landeshoheit darüber riss Geldern an sich; nach dem Erlöschen der geldrischenHerzoge fiel sie auf Spanien und demnächst auf Preussen. Unter französischer Herrschaft gehörten Burg und Ackerhofzum Departement Roer, Arrondissement Cleve, Canton Wanckum, jetzt liegen sie im Regierungs-Bezirk Düsseldorf,Kreise Kempen, Landgericht Cleve, Friedensgericht und Bürgermeisterei Lobberich, und wurden stets, bis zurfranzösischen Occupation, zu den Rittersitzen des Oberquartiers von Gelderland gezählt, jetzt sind sie in die Ritterrolleder landtagsfähigen Güter des Kreises Kempen eingetragen. Von der Burg steht nur noeb das Burgthor, massiv inQuadern gebaut 5 von vier Thürmen flankirt, innen mit zwei Kreuzgewölben versehen, (es ist auf obiger Ansicht imVordergrunde rechts dargestellt,) und der 60 Fuss hohe Wartthurm, auch Kaiserthurm genannt. Die übrige Burgist in Trümmern zerfallen, nur noch Ornamente von ihr, namentlich einige Wappen und Bildwerke finden sich in denMauern des Ackerhofes, der aus zwei Wohnungen (16 Einwohnern,) mit vier landwirtschaftlichen Gebäuden besteht,eingemauert, wo sie sichtlich ihrem schnellen Untergange entgegen gehen, indem der jetzige Besitzer, Graf Mirbach,weder auf diese, noch auf die Gebäude Sorgfalt verwendet.
Als die Burg noch in ihrem vollen Stande war, bestand sie aus einem fast gleichseitigen Vierecke, welchesrings von Mauern und Gebäuden umschlossen war. Auf den vier Ecken standen Thürme, von denen dreie rund undeiner, der südöstliche, oben genannte Kaiserthurm, viereckig war. Dieser hatte an seiner westlichen Seite das Einlass-thor zur Burg, an welches weiter, in derselben Flucht, das herrschaftliche Wohnhaus grenzte. Das Ganze war ringsmit Wasser umschlossen, und dieses weiter von einem mit Holz bewachsenen Wälle (Landwehr) begrenzt und vertheidigt.In diesem Walle lag die Vorburg, der oben beschriebene und abgebildete erste Thorweg, durch den man allein nurzu dem Innern gelangen konnte. So ist die Burg auch noch auf der Karte abgebildet, welche Goeurdt Heutmecher,Landmesser in Dülken, 10. Januar 1646 abgeliefert hat, und die ich zu diesem Behufe und zugleich um die Zuständefrüherer Zeit bildlich darzulegen und später noch besprechen zu können, als Tafel HI. diesem Werk beifüge.
Wie weit gegenwärtig noch die Fundamente der alten Burg über der Erde sichtbar sind, zeigt der, aufTafel IL neben der oberen Karte befindliche Grundriss. Ausser dem Kaiserthurm entdeckt man nichts als den Hinterbau.Der Thorweg neben dem Kaiserthurm, das, nach der Oertlichkcit nicht gross gewesene, herrrschaftliche Haus und dieübrigen Umfassungs-Mauern sind verschwunden; dagegen das im Verhältniss zu dem Ganzen sehr grosse, äussere Thorstellt noch ganz. Zwischen diesem und der alten Burg sind neue Häuser angelegt, welche sich auf der Karte von1647 noch nicht finden; es sind diejenigen, welche jetzt zur Wohnung und Oeconomie dienen.
') Band III., Seite 1 dieses Werkes. 798 in iinibus Molensium fundatio (Monasterii Uladbaccnsis) facta est.Fahne, Bocholtz L