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Die Jagd liefert Hasen, Kaninchen, Füchse, Rehe, Hirsche, Rebhühner, Birk- und Auerhähne und -Hühner.
Die Fischerei liefert Krebse und Forellen und in den Teichen Karpfen und Hechte.
Unter den Natur-Merkwürdigkeiten zeichnet sich der Ursprung der Alme aus. Er findet sich an derobenbeschriebenen Stelle am Fusse der Tinne. Das Wasser quillt aus einer, in der Thalsohle befindlichen Oefmungempor, treibt sofort, mit ihrer zu jeder Jahreszeit gleichmiissigen Wassermasse und steter Temperatur von 8° schonwenige Schritte vom Ursprünge eine Mühle, fliesst durch Nieder-Alme, setzt dort, wenige Schritte von einander entfernt,abermals zwei Mühlen in Bewegung und verlässt bei ihrer Vereinigung mit der Nette die Herrschaft. IIa- Thal,besonders an Wiesen reich, bietet manche Naturschönheiten, welche durch Burgen, Schlösser, Klöster und Städte gehobenwerden. Besonders malerisch erheben sich an ihrem Ufer Schloss Alme, Burg Ringelstein, Kloster Ilolthausen, Klosterund Stadt Büren, Schloss Brenkcn und Wevelsburg, zuletzt Schloss und Stadt Neuhaus, wo der Fluss sich indie Lippe ergiesst.
Solche plötzlich hervortretende Wassermassen sind den Kalkstein-Gebirgen allein nur eigen. Die grossenKlüftungcn in denselben gestatten oft auf eine ausserordentlich grosse Entfernung den Wasserdurchfluss und bietenimposante Erscheinungen, unter denen die Flüsse in Steiermark, die Adelsberger Höhle, die Fontaine von Yaucluse,die perte du Rhone und andere weit berühmt sind.
Der Hauptsitz der Herrschaft ist Schloss Alme, früher Haus Meschedo genannt, von dem ich eineAbbildung an der Spitze dieses Artikels geliefert habe; es liegt unmittelbar an der Alme, von grossen fischreichenTeichen, prachtvollen Gärten und trefflichen Wiesen umgeben. Es wurde in seiner jetzigen Grösse von dem Gross-vater des jetzigen Besitzers erbaut, vorher stand nur der westliche Flügel, ein Werk der Herren von Meschede, vondenen daher das Haus den Namen erhielt. Das Innere des Schlosses zeigt einen schönen, reich in Holz geschnitztengothischen Speisesaal mit den Ahnenbildern der von Bocholtz, eine Gemälde-Sammlung, worin sich ausser einigenaltdeutschen Bildern ein herrliches Oelgemälde von Lucas Cranach auszeichnet, „Christus unter den Kleinen", eineWaffen-Sammlung, reiche, für vaterländische Geschichte wichtige Bibliothek und eine Sammlung alter Möbel,
Poeale und anderer Kunstschätze.
Alme, sowohl der ganze Gau, als insbesondere die spätere Herrschaft, gehörten stets zur Diöccse Paderborn,bis durch Vergleich vom 3. Januar 1733 die Pfarrbezirke von Alme, Thüle und Bonkirchen dem Erzbischofe vonCöln überwiesen wurden, in dessen Diöcese sie jedoch nur bis zum 13. April 1823 verblieben. An diesem Tagewurden die Diöcesan-Grenzen von Cöln und Paderborn neu geregelt und kam der ganze Archidiaconal-Bezirk Brilon,den Cburfürst Maximilian Franz durch Verordnung vom 23. Januar 1799 aus der Pfarre Brilon, mit der davonabgezweigten Pfarre Scharfenberg und den Pfarren Alme, Bcringhausen, Bonkirchen, Girshagen, Heddinghausen,Madfeld und Thüle neu geschaffen hatte, an Paderborn. Brilon und Scbarfenberg waren früher Theile des DecanatsMeschede, die übrigen sieben Pfarren waren zu einem Theile entschieden, zu einem anderen Theile, höchst wahr-scheinlich dem Archidiaconat Hallinghausen, Gau Alme, zugehörig gewesen.
Was die Landeshoheit über Alme angeht, so stand diese früher dem Erzsbischofe von Cöln zu, der diesenTheil des verwaisten Haholdschen Comitats, als Nachfolger Heinrich des Löwen in dem Herzogthum Westphaleu, ansich gerissen zu haben scheint, als solcher aber auch, nach dem damaligen Staatsrechte, die Besetzung der BurgenAlme und Aldenfels beanspruchen konnte.
Ich lasse nun noch einige urkundliche Nachrichten über die Herrschaft Alme folgen, die durch die Regestenüber die Familie Meschede am Schlüsse dieses Bandes ihren Abschluss finden sollen. Es ergibt sich daraus, dassAlme, jetzt Tinne, einst eine Burg und Stadt war und somit das Schicksal von anderen untergegangenen Ortschaftengetheilt hat. Man muss hierbei nicht an eine Stadt im Sinne des Rechtes, an eine civitas denken, sondern an oppidumim Sinne wie Julius Cäsar es nimmt, indem er den Ubiern befiehlt, das Ihrige in solchen oppidis zu bergen. Ahnehatte seinen Lehnhof, vor dem, merkwürdig, in diesem Jahrhundert der König von Proussen belehnt ist.
Die Regesten sind:
1. 793 standen die Sachsen zwischen Alme und Diemel gegen Carl den Grossen im Felde, der sie mil zweistarken Heeren, gleichzeitig von Süden und Westen, angriff und zur Unterwürfigkeit zwang. Poeta Saxo und Adeln).Annales reg. Franc.
2. Bischof Luthard von Paderborn erhalt die neugebaute, steinerne Kirche im Aluigau, welche er eingeweihthat und neben der verfallenen hölzernen errichtet worden ist, von den Erbauern, Erben des Edelherrn Sidag, geschenkt.852-—-884. Aus dem Originale im Landesarchive zu Münster. In nomine salualoris inundi et in honore eiusdem patris,spiritusque saneti. iam dudinn quidam illustris hoino nomine Sidag quandam aecclesiolam ligneam ad monasteriiim pader-brunnense tradidit. siinul cum terlia parte hereditalis eius, que ex genitoris eius jure conligit et habere in pago quodAbnaiigo nuneupatur. cum iam pro veluslate stare eadem domumcula nequiret, successores alodi illius inito consilio cumuoluutatc et licentia domini episcopi Luithaide in eorum possessiua hcreditate lUXta locum ubi prior acclesiola stellt lapidcamdoinum dei construxerunt. cum vero aedificatorcs eiusdem domus dei dominum antistitem luidhardum cum preeibus cogerenteandem aeclesiam dedicare, et ipse eorum petitioni faueret et in honore sti salualoris multorumque sanclorum eins eamconsecraret. tunc predicti construetores et coheredes eiusdem eandem ad prediclum paderbrumiense monasteriujii tradiderunt.
3. Vuicpurahc (Wicburga), Schwester des Grafen Haholt, schenkle dem Kloster Geseke unter Anderem eineHufe in Almundoraf (Dorf Ahne}), was 952, 26. Od., Kaiser Ollo I. besliitigle. Seibertz, Urkdh. I. S. 9. Diesen Hofbesass das Kloster noch 130S (siehe unten.)