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6. Das Wappen der Freiherren von Bocholtz.
ler ursprüngliche Familienschild ist im Laufe der Zeit, wie das Urkundenbuch naclrweisst, durch mancherlei]\ Zieraten vermehrt. Einige Familienglieder führten einen Schwanenhals, andere einen ganzen, sitzendenSchwan als Helmzierde, einige versahen ihn mit einem Turnierwulste, andere mit Ketten, Steinen und anderenKleinodien. Bei alle dem blieb aber der Schild immer einfach und derselbe, nur einmal findet er sich durch einenStern im Herzen des Schildes vermehrt. Erst als in Folge neuer Verhältnisse und Zeitideen der Adel an die Stelleder inneren Würde eine blosse Titulatur zu setzen bestrebt war, der niedere Adel nach dem Freiherrentitel, derFreiherr nach dem Grafendiplom haschte, und jeder seine Erhebung besonders durch Wappenvermehrungen kund zugeben bemüht war, konnten auch die Bocholtz sich dem Zeitdrängen nicht entziehen und sie, die niemals um dieTitulatur Freiherr eingekommen sind, Aveil ihnen dieser Rang ipso jure gebührte, haben seitdem in vielen Linienquadrirte Wappen angenommen. So führte die Linie Freiherren von Bocholtz zu Tongerlo in der Mitte des 16.Jahrhunderts, wie vorstehend, einen quadrirten Schild, 1 und 4 in Grün die drei (2.1) abgerissenen Leopardenköpfemit rother ausgeschlagener Zunge, 2 und 3 linksschräg getheilt oben Roth unten Gold und auf dem Schilde zweiHelme, der rechte mit silbernen und grünen Helmdecken und einem sitzenden Schwane, der linke mit rothen undgoldenen Helmdeckcn und einem Turnierhute, der mit fünf Lanzen besteckt ist, jede Lanze mit einem Wimpel inden Tincturen des Schildes. So ist das Wappen namentlich bei Siebmacher I. 31 blasonirt, und auch in denCathedralen von Mainz und Münster abgebildet.
Von den Freiherren von Bocholtz zu Grevenbroich bringt Dorst ein ganz unrichtiges Wappen bei, nämlichquadrirt: 1 und 4 in Schwarz drei (2.1) abgerissene Leopardenköpfe, 2 und 3 in Silber ein stehendes rothes Kreuz,auf dem goldgekrönten Helme eine sitzende weisse Taube; offenbar ein Versuch, die Bocholtz in Brabant (oben Seite 14)mit diesen Bocholtz in Verbindung zu bringen. Die Bocholtz zu Grevenbroich haben ein anderes als das einfacheWappen und nicht Schwarz, sondern Grün geführt. Nur der Deutsch-Ordens-Comthur aus dieser Linie, EduardGodfricd von Bocholtz, führte ein quadrirtes Wappen, wie vorstehend, 1 und 4 in Grün die drei (2.1) silbernenLeopardenköpfe, 2 und 3 in Silber ein schwarzes Ankerkreuz (müsste ein Krückenkreuz sein). Dieses letztere Feldhatte er wegen seiner Würde als Deutsch-Ordens-Rittcr.