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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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Der oben genannte Heinrich von Bockholt, zuerst Dechant und demnächst der zwölfte Bischof zu Lübeck,wurde 1317 erwählt. Er verglich sich 1319 mit der Stadt wegen ihrer wechselseitigen Grenzen, reiste 1321 nachRom, wo er ein Vierteljahr blieb, legte 1335 den Stein zu der Kirche des Cathrinenkiosters, so wie zu dem bischöf-lichen Pallaste, stiftete in seiner Domkirche zwei neue Präbenden und sechs Vicarien und baute aus eigenen Mittelnmit der für jene Zeit enormen Summe von 28,000 Mark) den Chor derselben. In diesem liegt er vor dem hohenAltar begraben; 2 ) er starb den 1. März 1341. Sein Grabmal ist erhaben und mit seiner lebensgrossen, kunstvollenStatue in Bronze verziert Herr von Rumohr sagt über dieses Kunstwerk Folgendes: 3 ) Das Grab ist mit seinem, ausMessing gegossenen Bilde bedeckt, ein Meisterstück in dieser Art. Dasselbe hat die rechte Hand, die eine Hostiehält, segnend gehoben und trägt mit der anderen den Bischofsstab und ein zierlich gearbeitetes Kirchlein, welchesauf den, von Bocholt unternommenen Bau zielen mag. Die individuelle Ausbildung der Gesichtszüge des Bischofs istfür die Zeit verwunderlich, auch an den, wenngleich beschuhten Händen die Bewegung der Finger sehr anschaulichund mit Rücksicht der Gelenke disponirt, Proportion und Gewandung, zwar nicht frei von einiger Willkühr, doch imGanzen lobenswerth. Der Guss scheint gut gekommen zu sein, denn es ist von Ausbesserung keine Spur und dieCiselirung schränkt sich ein auf Theile, welche unter allen Umständen deren bedürfen, z. B. das Haar, die vomKünstler beliebte Andeutung des Augapfels und des Gewandmusters.

Die Platte, auf welcher das Ganze ruht, hat in zwei Linien folgende Inschrift. Anno. Domini. MCCCXLI.Calendis. marcii. obiit. dominus, hinricus. cognominatus. de. bocholte. huius. ecclesie. episcopus. duodecimus. orate.pro. eo dominum. Jesum Christum. Iste. fuit. magister. in. artibus. et. in. medicina. deinde. huius. ecclesie. decanus.postea. prepositus. ad. ultimum, episcopus. qui. fecit. construi. hunc. chorum. et. instaurauit. tres. prebendas et. sex.vicarias. in. ista. ecclesia. multisque. redditibus. et. bonis. ditauit. eandem. quam, eciam. in. episcopatu. rexit. fere.viginti. quatuor. annis. Die äussere dieser beiden Linien besteht aus gothischen, die innere aus runden, lateinischenBuchstaben. Die Schlusssteine des Chorgewölbes tragen das Wappen dieses Bischofs. Sein Testament hat Lüning,specil. ecc. IL, S. 332, abgedruckt. 4 )

Von diesen verschieden ist ein anderes Geschlecht Crummesse, welches in einem bald mit Hermelinschwänzen,bald mit Gleven bestreuten Felde einen Herzschild führte; davon kommen in Lübeck vor: 1227 Henricus deCrummesse. 1249 domina Mechtildis de C. 1255 Henrich und Conrad, welche Land vor dem Holstein-Thore besassen.1264 Henrich und Johan, welche ein Haus in der Mühlenstrasse verkaufen. 1291 Elerus de C.

Johann von Crummesse, 1310, 1317 Rathsherr zu Lübeck.

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1. N. v. Crummesse, h. Gertrud. 2. Henrich v. C, h. Aleid.. --------------------------------------------- -- --------------------. .--------------- s- --------------------------------------------------,_________

1. Johann, testirte 2. Geselee. 3. Maio. 4. Greta 1. Talcke, 1346. 2. HinseTein, 3. Mathilde, Nonnen zu1346. Rostock, 1346.

Crummesse ist ein Kirchdorf an der Stccknitz, l'/ 2 Meile von Lübeck, mit 207 Einwohnern, an der alten Strasse nach Hamburg.Zu dem Dorfe sind die lübeckschen Ortschaften; Niemark, Cronsforde, Wulfsdorf, Beidendorf, Crummesserhof, Crummesserbaum, Baumsberg,Bromsermühle und die 6 Lauenburger Dörfer Klempau, Bliesdorf, Schenkenberg, Grinau und Bornmühle eingepfarrt. Der Hof Crummesse(im Jahre 1815 mit 23, jetzt mit 65 Einwohnern,) kam 1380 durch Kauf an den lübischen Bürgermeister Crispin und die Hoheit 1747 andie Stadt Lübeck, die letztere kaufte 1762 den Hof selbst von den Erben Broms. Crummesse war vormals ein für sich bestehendes Amt.

Das Schloss Ritzerau liegt 3'/ 2 Meile von Lübeck in dem vormaligen Amte Ritzerau, und wird noch jetzt zu den Sitzungender Gerichtsherren von Lübeck benutzt. Es gehören dazu die Dörfer Nüsse, .Ritzerau, Poggensee, Tramm und Schretstaken. 1465 verkauftenes Hans und Otto von Ritzerau, Vasallen des Herzogs von Lauenburg, der Stadt Lübeck, welche dieserhalb einen Prozess mit Letzteremführen musste, der 164 Jahre dauerte und endlich 1747 verglichen wurde. Der Prozess war mit dem obengedachten über Mollen verbunden,und erstreckt sich auch über ihn obige: gründliche Nachricht. (Vergl. Topographie und Statistik von Lübeck, 2 Bände, Lübeck 1829,1839, 8°, Thl. I., S. 28, 82 und folgende.

) Zietz, Ansichten von Lübeck, Frankfurt 1822, 8° S. 90.

2 ) J. R. Becker, umständliche Geschichte der Stadt Lübeck, Lübeck 17821805, 3 Bände 4°, Band I., Seite 248260.

3 ) v. Rumohr, Einige Nachrichten von Alterthümern des transalbingischen Sachsens, in Friedrich Schlegels deutschem Museum,Wien 1814, IV. Band, S. 487, und Ueberblick der Kunsthistorie des transalbingischen Sachsens, im Archiv für Staats- und Kirchengeschichteder Herzogtümer Schleswig, Holstein, Lauenburg u. 8. w. redigirt von Mickelsen und Asmussen, Altona 1834, IL Bd., S. 9.

4 ) Ein Mehrcres über diesen Bischof bei Becker, a. a. o.