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Im Januar und Februar kann er wieder Luft — unddie für ihn geistige Luft — Musik gemessen. Das jugend-liche Talent der begabten Emma Brandes erfreut ihn; erlässt sie sein Kindermärchen studiren, spielt ihr vor, labtsich an ihrer echt künstlerischen Einfachheit, ermuntertsie, fern von aller Mode-Tändelei zu bleiben und pro-phezeit ihr eine glänzende Zukunft.
Eine seiner Lieblingsopern, die Medea von Cherubinimuss er hören; als Grimm's Suite im Gewandhaus probirtwird, muss er in die Probe gehen, spielt auch mit einembefreundeten Brautpaar und seiner jüngsten Tochter nochzu acht Händen. Das geschah am i. März; dann kam einRückfall — der letzte!
Vertrauensvoll, wie er im Jahre 1825 auf hoher Seeseinem Untergange ins Auge geblickt hatte, so auch indieser Krankheit. Er hatte redlich mit der ihm anver-trauten Gottesgabe gewirkt; seine Liebe zur Kunst ge-leitete ihn bis in seine letzten Lebenstage hinein, und derGeist wollte noch hören, als dem erschlafften Körperschon die Kijaft dazu mangelte.
Er war der beste Sohn, Gatte, Vater und Freund!Er hatte jede Minute seines Lebens zu Nutz und Frommenseiner Familie und seiner Schüler verwendet. Nun konnteer es ohne Reue verlassen.
Auch die Freundlichkeit seines Wesens behielt er bisan sein Ende. Am 10. März 1870, als der Todesfittigschon das Gemach umdüsterte, hatte er noch sein liebe-volles Lächeln für seine Umgebungen. Die Seele rangsich nicht los, sie entschwebte in einem tiefen Seufzerunter dem Kuss des Todesengels. Er starb, wie er ge-lebt hatte: friedlich und gottergeben!