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2 (1873)
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Moscheies schreibt: Unsere Aufnahme in Londonwar aber auch privatim eine prächtig herzliche und wirgenossen abwechselnd die Gastfreundschaft der liebens-würdigen Familie Casella, sowie die der bewährten altenFreundin Mrs. Newman Smith. Wir wohnten dem Ab-schiedsdiner bei, welches Mrs. Schwabe unserm deutschenFreiligrath gab; er ist im Begriff, mit den Seinigen in dieHeimath zurückzukehren. Ich habe das ganze Händelfest,Proben und Aufführungen im Crystallpalast mitgenossenund grossartige Momente erlebt. Costa steuerte seinSchiff geschickt durch die Riesenklippen dieser Localitätund die Riesenstimme der Tietjens kam zur Geltung. DieDoppelchöre hatten mitunter mächtige Effecte und ichdachte mir: Wenn der alte Händel da oben stände undseine Riesenwerke in dem Riesenlocal dirigirteja und noch viel Anderes dachte ich mir dabei . . . werkönnte so viel Händel hören ohne viel dabei zu denken?"'

In einem anderen Briefe aus London heisst es:Ichhöre alle Concerte, gehe in viele Theater und vertrage esgut. Die Hitze, die späten Stunden, nichts ficht mich an,und kommt ja einmal eine Uebermüdung, so macht eingesunder Schlaf Alles wieder gut; dann kann ich wiederWunderkinder und was schlimmer ist ihre Väterund Mütter empfangen; kann mein Gutachten überso manche musikalische Begabung oder Nichtbegabungabgeben, Besuche empfangen, in Blumen- oder sonstigeAusstellungen gehen und immer bleibt mir Zeit undLust, mit meiner lieben talentvollen Wirthin Musik zumachen."

Mich wundert, dass ich gestern nach so einem Mor-gen noch das Stück von BoucicaultThe strike" aus-halten konnte, das jeden Abend gegeben wird, das Jedersehen muss, also auch Moscheies. Es behandelt dieschwierige Arbeiterfrage und durchläuft die ganze Scalader Greuel: Unverschuldete Armuth, Noth, Rachsucht,endlich Mord! Eine haarsträubende Geschichte, EugeneSue in Fleisch und Blut dargestellt. Aber esjst dasalte Uebel nur das füllt das Haus."