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2 (1873)
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er mit dem Sohn nach Passy, wo dieser schon seit län-gerer Zeit freundlich empfangen war.

Man führte uns gleich beim Eintritt in die schöneVilla in den Parterre-Salon mit reich vergoldetem Ameuble-ment, und ehe Rossini selbst erschien, besahen wir unsseine Photographie in einem Kranz von Porzellan einge-rahmt, dessen Blätter die Namen seiner Werke tragen.Der Plafond zeigt in seinen Malereien Scenen aus Pales-trina's und Mozart's Leben; in der Mitte des Zimmers stehtein Pleyel. Als Rossini erschien, war er südlich er-glühend in seinem Kuss, in seinen Freudenbezeigungenüber mein Wiedererscheinen, in seinen Complimenten überFelix. Seine, im Laufe des Besuches ausgesprochenenAnsichten über Gesangs-Richtung und Studien waren vollschlagender Wahrheit und geistreicher Satyre, besondersgegen die Neuzeit."Ich mag nichts mehr davon hören",sagte er,sie schreien! Nur eine sonore Stimme, keinekreischende, will ich sprechen oder singen hören, Allesmuss melodisch klingen." Dann sprach er von seinerLust, sich am Ciavier zu beschäftigen und wenn es nichtunbescheiden sei, für das Instrument zu componiren; nurwollten beim Spielen der vierte und fünfte Finger nicht rechtihre Schuldigkeit thun. Uebrigens werde das Ciavier jetztmisshandelt:Ils enfoncent non seulement le Piano, maisencore le fauteuil et meme le parquet." Dann kam erauf die Natur der verschiedenen Instrumente zu sprechenund meinte, der Guitarrist Sor und der MandolinespielerVimercati führten den Beweis, dass man auch mit gerin-gen Mitteln grosse Kunstleistungen erzielen könne.Ich hatte die Genannten gehört und stimmte der Ansichtbei. Rossini erzählte mir, wie er eines Abends spät in einerkleinen Stadt Italiens angekommen, sich schon der Nacht-ruhe freute, als Vimercati, der dort Kapellmeister war,ihn zu der Vorstellung einer seiner Opern einladen Hess.Damals noch nicht so hartherzig wie jetzt, wo er sichstandhaft weigert, einer Aufführung seiner Werke bei-zuwohnen, ging er ins Theater und ersetzte dort sogarden ausgebliebenen Contrabassisten. Dies erinnerte mich

Moscheleg' Leben. II. -?o