dachte ich: „Zukunftsmusik, was willst Du?" David ludseinen lieben alten Lehrer zu einem Künstler-Diner; wiebehaglich sich dieser bei ihm fühlte, beweisen die Ge-schichtchen, die er uns bei Tische erzählte. Von demChurfürsten meinte er, er plage den jetzigen KapellmeisterCarl Reiss ebenso sehr wie ihn selbst in früheren Jahren;sogar in der Aufstellung des Orchesters bleibe er Auto-krat, was Wunder, dass man in so einem Theaterdienstmanchmal ausser sich gerathe?"
„Ich führte dem Meister im Conservatorium meinebrave Schülerin Fräulein Albrecht aus Russland in seinemQuintett vor, David Hess seine Schüler das Octett fürStreichinstrumente spielen und das Blumenduett aus „Jes-sonda" ward gesungen."
Ein anderer Brief sagt: ... „Die „Eroica" und „Athalia"in einem Concert — das war schön! Und was auch dasRumpf-Parlament der Musiker leistet, Besseres leistetes nicht. Frl. Mösner brachte die Harfenpartie der „Athalia"so zur Geltung-, wie wir sie noch nicht gehört haben; FrauReclam sang vortrefflich, echt musikalisch, sowie sie auchdie Stütze der Soli im Riedel'schen Verein ist. — Ich binganz durch Zufall dazu gekommen, eine Phantasie überden „Tanz" von Schiller zu schreiben. Das Schiller-Comiteliess mich fragen, ob ich am 11. November meine Ouver-türe zur „Jungfrau" bei der Festfeier wolle aufführenlassen? das fand ich des mittelmässigen Orchesters halbergewagt, und schlug daher vor, dass mein tüchtiger SchülerMertke meine Phantasie über Schiller's „Sehnsucht" spieleund mit dem hinzucomponirten „ Tanz" brillant ende."Spätere Berichte aus der Oeffentlichkeit erzählen uns vondem Beifall, den Herr Mertke erntete, und wie schön Frau"Wohlstadt die betreffenden Gedichte declamirte. DasSchillerfest und des Königs Geburtstag reihen sich an-einander und für die Feier des Letzteren im Conservato-rium hat Moscheies ein „Salvum fac regem" componirt.
Die Frau schreibt: „Unsere häuslichen Abende sindgenussreicher als je durch den jungen Davidoff, der sowunderschön Cello spielt, durch David ohne off, dessen
Aloscheles' Leben. II. IQ