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jungen Mann mit Ruhe anzuhören. Sein Exemplar der9. Symphonie hat er elegant einbinden und darauf ingoldenen Lettern drucken lassen: „Wahres Evangelium
der Kunst".....„Die zopfige und mir doch 'so lieb-
werthe Kunst hat zwei grosse Verluste erlitten — ich binzweier unvergesslicher Freunde beraubt. Neukomm starb am3., J. B. Cramer am ig. April. Solche Lücken bleiben un-ausfüllbar .... War doch unser guter Neukomm einliebes Familienglied!"
Gewöhnlich schliessen die winterlich musikalischenGenüsse in Leipzig mit der Passionsmusik am Charfreitagder dann die öffentlichen Prüfungen der Schüler folgen.Diesmal brachte das zweite Wiedererscheinen der MadameViardot neues Leben in die musikalischen Genüsse; warsie tragisch in ihrer Norma, ihrer Fides, so war sie grossin der Sonnambula, ergötzend in der Rosine, sublim alsDonna Anna. Zu Moscheies' kam sie oft und bewährtesich wiederholt als ausgezeichnete Pianistin, „als sie einBeethoven'sches Trio mit Begleitung von David undRietz spielte, merkte man ihr die Sängerin nicht an", wieMoscheies sagt; „vielmehr erschien sie mir als ein hoch-geschätzter College." Kaum hatte sie Leipzig verlassen,so stand dem Publicum schon ein neuer theatralischerGenuss in den ausgezeichneten Leistungen der FräuleinJohanna Wagner — als Fides, als Orpheus und in andernRollen bevor. Auch sie fand die aufrichtigste Aner-kennung.
Endlich waren die Fremden alle, und auch viele der Ein-heimischen mit den Sommervögeln davongezogen; daschlössen sich die schon eng befreundeten Familien Davidund Moscheies noch fester aneinander; in der Frühstundezu erfrischenden Gängen ins Rosenthal, nach dem heissenTagewerk zu musikalischen Zusammenkünften. David hattedie Idee gefasst, Moscheies' 24 Etüden für die Geige zubearbeiten, und führte sie mit gewohnter Meisterschaftaus; Moscheles schrieb die einfache Clavierbegleitung zudem neuen Arrangement, arbeitete aber auch viel an denClementischen Sonaten und dem Gradus ad parnassum für