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und angenommen haben, meinte ich, und nie sollte solch'unreifes Zeug aufgeführt werden, wie die Phantasie mitdem Motto: „Rührung passt nur für Frauen, der Mannaber muss Feuer aus dem Geiste schlagen." Grosser Beet-hoven! Du konntest Frauen rühren und Männer begeistern,aber Deine Nachahmer sind-kränker im Gemüth als DichDeine Taubheit gemacht hatte! — Diese Phantasie in dreiStücken — Es-moll, A-dur, Es-moll nebst noch 23 andernTonarten tobte und winselte, und was an Geist, Tiefeoder Poesie darin aufblitzte, ging in der gedehnten Längeund Monotonie, in der Formlosigkeit und dem Mangel anEbenmaass unter. Ich möchte den jungen Componistennicht dafür verantwortlich machen; er hat Talent undEinsicht genug, in einem Jahre etwas viel Besseres zuliefern. Warum ihn nicht belehrend auf seine jetzigenFehler aufmerksam machen und ihn auf eine künftigeAufführung vertrösten? Man darf nicht gleich seine Jugend-arbeiten herausgeben, sie sind wie ungegohrener Wein,schwer verdaulich. Erst mit der Zeit klärt man sich abund versteht selbst, was man seinem Publikum verständ-lich machen wollte; dann soll man hervortreten und reden."
Eine Kur in Cannstatt ist das Ziel der Sommerreise.Moscheies kann den musikalischen Verkehr mit den dor-tigen Künstlern geniessen, die schöne Umgebung durch-wandern.
. . . „Nur componiren kann ich nicht", schreibt er,und bewahre mir die von Dir ausgesuchten Gedichte fürbessere Zeiten, lege sie als Samenkörner in meinen Hirn-kasten, damit sie künftig darin aufgehen." — Späterschreibt er eine Phantasie über „Die Sehnsucht" vonSchiller und sagt darüber: „Es ist dies nicht eine krän-kelnde Sehnsucht, sondern eine poetisch-philosophische,und der Spieler muss im Vortrag wiedergeben, was ichdem Dichter nachempfunden habe und eine Analogiezwischen dem „Du musst glauben, Du musst wagen" undmeiner Musik herstellen."
Im Herbst nach Leipzig zurückgekehrt, erfreut sichMoscheies an einem neuen Concert von David für Viola,