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doch einmal etwas vor, das sie nicht verstanden, so nanntensie es klassisch. Ich kann unmöglich alle Schätze beschreiben,die wir hier täglich sehen, aber sie werden "in's Tagebuchverzeichnet — nur das darf ich nicht verschweigen, dassich bei Titian's Himmelfahrt in ihrer Farbenpracht ver-steinert stand . . . ." — „Gestern gab's eine Serenade.Ein grosser Holzbau, roth und weiss drapirt, von zweimit Lampions behangenen Pyramiden beleuchtet, schwimmtbei einbrechender Nacht den Canal herunter; es ist einMusikschiff' auf dem ein ganzes Orchester, zwei Flügelund die Solisten Platz haben; es wird gesungen, aufGeige, Flöte und Ciavier gespielt, aber Alles im gewöhn-lichsten italienischen Schlendrian, nichts für das musik-gebildete Ohr, für's schönheitsliebende Auge Alles; dennbengalische Flammen beleuchten den Canal, als wär's eineScene aus Tausend und einer Nacht. Das helle Musik-schiff ist von schwarzen Gondeln dicht eingerahmt, oftaber auch aufgehalten, so dass die vier, die es remorquirensollen, in ihren Bestrebungen gehemmt werden. Um destomehr genossen wir als Beschauer vom Balcon unsrer Wohnungden Blick auf die elegante Welt in den Gondeln und spätin der Nacht hatten wir noch von der Höhe des Rialtoaus die Uebersicht auf das ganze Bild! ...'•' ... „DieFesta di San Rocco ward schon am Vorabend durch eineMusica a grand' Orchestra eingeläutet, aber wie? SchöneWalzer und Polka's auf der Orgel gespielt, dann eineFuge, worin Quinten und Octaven schrieen, dazwischendes Priesters heisere Stimme am Hochaltar, die Orgelselbst nasal und unrein. Der Dirigent markirte jedenguten Tacttheil und schlug sein Pult so stark, wie nurder arme Santo mag bei Lebzeiten geschlagen wordensein, übertönte oft das scharfe Blech des Orchesters undtödtete den Effect des Solo's, das eine schöne wenn auchtremulirende Tenorstimme sang. Zuweilen klatschte esmitten in die Musik hinein wie Castagnetten, öfter wie einePostillonspeitsche. Die arme Kirche hatte wieder denschönen Marmor ihrer Säulen unter einen rothen Damast-Ueberwurf verbergen müssen, ihre grossen Kerzen brann-