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irisch verbrüderte Seele in ihm zu finden. Er hatte sichder Kunst widmen wollen, es seinen Eltern zu Liebe abernicht gethan. Er hat seit seiner frühesten Jugend meineSachen studirt. Auch die Angelegenheit, die uns einandernäher brachte — die Confirmation — besprach er miteiner Wärme und Theilnahme, die ihm unsere Herzen ge-wann. Seine Offenheit und Unparteilichkeit im Beleuchtender brennenden Zeitfragen war belehrend und interessant."Ueber musikalische Vergnügen berichtet ein Brief ausdem März: „Ernst hat eine Matinee gegeben, die spärlichbesucht war. Er hat die ganze Kühnheit seiner Schwierig-keiten in seinem Fis-moll-Concert zusammengerafft; diesim Verein mit der Leidenschaftlichkeit seines Vortragesbilden ein .höchst interessantes Ganze. Sein skelettähnlichesAussehen, das an einen Florestan in der Kerkerscene er-innert, contrastirte merkwürdig mit seinem vollen Tonund energischen Strich. Die Othello-Phantasie und ungari-schen Variationen mit ihrer brillanten Virtuosität, rissenzu stürmischem Beifall hin. Bei uns musicirte er beson-ders gut aufgelegt und "im Gewandhaus trat er mit EduardFranck zugleich auf. Dieser trug sein A-moll-Concertbrillant schön vor, und auch die Composition tritt aus demKreise der gedankenlosen Virtuosenstücke hervor; sie hatedle Haltung, poetische Ideen und gute Instrumentation; —eben deshalb vielleicht machte sie keinen allgemeinen Ein-druck. Ich hörte viel unbedeutendere Künstler viel mehrapplaudiren. Wie froh bin ich, keine solchen Richtermehr zu haben! — Noch eine Novität war F. Hiller'sSymphonie in E-dur mit dem Motto: „Es muss doch Früh-ling werden." Ein Werk in grossem Styl mit vielen ge-diegenen Einzelnheiten, welches aber bei einmaligemHören keinen Total-Eindruck auf mich machen konnte.Auch das Publikum verhielt sich flau dabei. Ich erkennejedenfalls in Hiller einen nach dem wahren Schönenstrebenden Componisten. Liszt, am Morgen des letztenGewandhaus-Concerts angekommen, spielte das erste Stückeines Henselt'schen Concerts und seine Don Juan-Phantasiemit seiner gigantischen Bravour und seinen stets genialischen