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ist eher ein Herbststück, denn die Composition ist welkwie herabfallende Blätter."
Während der Ferien wird ein kleiner Ausflug nachDresden gemacht; man geniesst die dortigen Kunstschätzeund verkehrt viel mit Schumann's, Hiller's u. A.
Am 17. September erfolgt die Rückkunft der FamilieMendelssohn aus der Schweiz. Geistig ist der herrlicheFreund ganz derselbe treue, körperlich scheint er ver-ändert; er hat gealtert, ist matt, und sein Gang wenigerrasch als früher. Sieht man ihn aber am Ciavier, oderhört ihn über Kunst und Künstler sprechen, so ist erganz Leben und Feuer. Sein Freund Julius Rietz trittsoeben sein Amt als Kapellmeister in Leipzig an, das istihm eine wahre Freude. „Noch Einer", sagt Mendelssohn,„der es ernst mit der guten Musik meint, der selbstTüchtiges leistet und die Leistungen Anderer zur höchstenStufe der Vollkommenheit führen kann, das muss den Ge-wandhaus-Concerten erst die richtige Weihe geben. Undwas wird Alles von und bei uns musicirt werden? Rietzspielt so gut Cello, es wird ein prächtiger Winter." . . ,
So extasirte er sich, setzte auch gleich einen Abendan, den alle Moscheies und Rietz zusammen bei ihm zu-bringen sollten. Dort gab das neue, für Benedict's Con-cert geschriebene, achthändige Stück von Moscheies An-lass zu einer lebhaften Discussion; es sollte „jadis et au-jourd'hui" heissen, und dem widersetzte sich Mendelssohn.„Die ernste Füge bezieht sich auf die gute alte Zeit", be-hauptete Moscheies, „die leichteren Sätze sollen unser mu-sikalisches Heute vorstellen." „Aber warum das", meinteMendelssohn? „Werden nicht jetzt noch interessante Fugengeschrieben? Unsere Zeit leistet auch noch Gutes." — „Aberder Modegeschmack ist verderbt", sagte wieder Moscheies,„sie wollen nur noch leichte Musik, in's Ohr fallendeRhythmen hören." „Ja sie wollen", unterbrach Mendels-sohn lebhaft, „aber sie sollen nicht. Leben Du und ichnicht? Haben wir nicht die Absicht, gute Musik zu.schreiben? Wir wollen beweisen, dass die Zeit noch Gutesleisten kann, d'rum bitt' ich Dich, nicht den Titel." Dieser