Druckschrift 
2 (1873)
Seite
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m. .

auch, doch lehnte ich alles öffentliche Solospielen ab. Ichhörte Spohr und Mozart im Philharmonie, aber seitdemich das Gewandhaus kenne, haben diese Concerte vielvon ihrem Reiz verloren; dagegen machte mir Joachim inElla's Quartettmusik grosse Freude."

Ueber die Oper berichtet ein anderer Brief, dass dieGrisi, Alboni und Tamburini, selbst in der Lucrezia Borgiades Anhörens werth waren, da sie Ausgezeichnetes leiste-ten:für Jenny Lind fmde ich keine Worte, denn wielassen sich Eindrücke, die zugleich grossartig und wohl-thuend sind, durch wenige Worte wiedergeben? Ohnehinsind alle Epitheta schon für sie erschöpft, und sie stehtmir viel zu hoch, um sie zur Banalität eines Lobes herab-zuziehen, wie die Zeitungsschreiber es über sie ausgiessen.Sie hat hier einen unerhörten Eindruck gemacht. Jederwill sie sehen und hören, oder hat sie gesehen und ge-hört und möchte sie wieder sehen und hören. Ich wolltesie ausserhalb des Theaters auch noch sehen, da sie aberetwas entlegen wohnt, bat ich sie schriftlich, mir eineEmpfangsstunde zu bestimmen. In der Mittagsstunde desnächsten Tages ward sie mir gemeldet. Schlicht und ein-fach kam sie selbst, mir zu sagen, dass sie meinen Be-such gern empfangen würde. So viel Bescheidenheit undso viel Grösse findet man wohl selten wenn überhaupt gepaart, und wenn ich auch durch Mendelssohn, dersie näher kennt, in die grossen Eigenschaften dieses Cha-rakters eingeweiht war, sie überraschten mich schon durchihre Aussenseite. Ich musste ihr meine Phantasie überihre schwedischen Lieder vorspielen. Mendelssohn hatte dieThemen mit mir gewählt; sie sagte mir viel Schönes übermeine Auffassung und Wiedergabe derselben. Wir erwider-ten ihren Besuch in Old-Brompton, wo sie fern vom Lärmder Hauptstadt und dem Glanz ihrer Leistungen wohnt."

Der ganze fünfwöchentliche Aufenthalt mit seinenNotizen beweist uns, wie Moscheies und die Seinigen mitGenugthuung auf ihre Uebersiedelung blicken. Das Ver-hältniss zu den alten Freunden ist zwar dasselbe herzlichegeblieben, die Freude an der Tochter und dem Enkelchen