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2 (1873)
Seite
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unseren Empfang vorbereitet. Wir mussten seinen Wagenbesteigen, der uns nach dem grossen Blumenberg führte.Dort hatte er uns Zimmer gemiethet, dorthin kam seineFrau und Beide waren eifrig bemüht, unsere temporäreEinrichtung bestens zu leiten."

Am 26. October schreibt Moscheies den Verwandten:Meine Theuren! Der neue, wahrscheinlich letzte Ab-schnitt meiner Kunst- und Lebens - Lauf bahn nimmt EuerAller Theilnahme so sehr in Anspruch, dass ich Euchinsgesammt darüber berichten möchte. Er hat unter Got-tes Beistand, unter- den besten Auspizien stattgefunden,und wer ist die Triebfeder unserer Zufriedenheit? Men-delssohn, Felix Mendelssohn, den ich Bruder oder Sohnnennen möchte! Wie er uns am Posthof empfangen, wisstIhr. Abends kamen drei Directoren des Conservatoriums,Hofrath Keil, Stadtrath Seeburg und Herr Preusser, michmit vielen Wünschen zu bewillkommnen und die Hoff-nung auszusprechen, dass es mir hier gefallen möge; siegaben mir auch die Versicherung, dass sie Alles aufbietenwürden, meinen Wünschen und Anordnungen im Conser-vatorium zu begegnen. Tags darauf machte ich Gegen-besuche. Abends hatten wir den Hochgenuss, ein Abonne-ments-Concert im Gewandhause auf den vom Directoriumgeschickten Sperrsitzen zu hören. Eine Symphonie vonHaydn, Ouvertüren von Hiller und Lachner wurden unterMendelssohn's Leitung mit einer Präzision gegeben, wieich sie selten gehört; die Nuäncirungen ein längst ent-behrter Genuss, Fräulein Schloss sang sehr brav undMme. Schumann spielte Beethoven's H - dur - Concert sovortrefflich und gediegen, dass es mir nach dem phan-tastisch-koketten Spiel der kürzlich in London gehörtenP. wohlthat, die reine Kunst ohne Flitterstaat zu ge-messen. Ich begrüsste sie mit dieser meiner Ansichtzwischen den Acten und wurde von vielen der älterenOrchestermitglieder herzlich bewillkommnet. Nach demConcert soupirten wir gemüthlich bei Mendelssohns. Gesternging ich zu Schleinitz, der unwohl ist und nicht ausgehenkonnte, um die Conservatorium - Angelegenheiten, die er