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2 (1873)
Seite
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Meyerbeer's Tochter ist in der Besserung; er war liebens-würdig eingehend in meine Absichten, kann aber an den"Verhältnissen und meiner Eile nichts ändern. Er unter-hielt sich auch mit mir über Mendelssohn's schönes Ver-hältniss zum König....."Wenn Eisenbahn und Eil-wagen ineinander passen, so habe ich das Glück, DichDienstag Abend zu umarmen, doch wer kann darauf rech-nen? Dein Entgegenkommen wäre also unthunlich. . . ."

Nach einem kurzen Aufenthalt in Hamburg kehrt dieFamilie Moscheies nach London zurück. Von dort ausschreibt er:Die Aufführungen in Exeter-Hall sind wie-der geisterfrischend und erhebend; das französische Theaterdurch Mlle. Plessy, Lemaistre und Mlle. Ciarisse stets un-terhaltend; Mendelssohn's Antigone in Coventgarden trotzder Unvollkommenheit der Chöre doch genussreich." Auchim eigenen Hause wird Mendelssohn gesungen, der FreundHullah hilft mit seinem Chor, Frl. Schloss und Mrs. Shawsind mächtige Stützen; man wagt sich sogar an einigeStücke der Matthäus-Passion.

Sir Henry Bishop wird zum permanenten Conductorder Philharmonischen Concerte erwählt. Moscheies schreibt:Wie ist es möglich, ihn Bennett vorzuziehen, der dochthurmhoch über ihm steht? Solche Erlebnisse befestigenin mir den Gedanken, mich dereinst nach dem musikali-schen Deutschland zurückzuziehen. Bis es aber dazu kommt,halte ich mich in Dankbarkeit an old England. Habe ichdoch auch in Deutschland meine Widerwärtigkeiten! Ichdarf den inliegenden Artikel*) wohl dazu rechnen, weil

*) Der betreffende Artikel lautet:

Moscheies hat bei seinem letzten Aufenthalte in Deutschland geradeso viel verloren, als er bei seinem ersten gewonnen, nämlich 800 st Sterl.(96c» fl. Conv.-M.). Diese Summe hat er theils auf der Reise verausgabt,theils bei schlecht besuchten Concerten zugesetzt. Er selbst schreibt aneinen Freund in Prag:Liszt kostet mich viel. Ich glaubte es nicht, dassman jetzt ein anderes Urtheil über Pianofortespiel gefasst, als mir meinerZeit zu Ohren kam. Es ist leider wahr! Ich war in Deutschland, um zuerfahren, dass ich seit Liszt rococo geworden. Zum Glück besitze ich soviel Geld, dass mich der Verlust nicht genirt, und so viel Talent, dass.es für England noch immer genug ist. Dass ich in Wien nicht durchge-