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Concert in Leipzig in der Loge der Directoren, die mirsämmtlich ihr Bedauern ausdrücken, mich nur im Flugehier zu sehen. Freitag, früh spielte ich bei Härtel voreinigen Künstlern und Freunden die Manuseript - Etüden,die ich bei Kistner zur Herausgabe für die Mozart-Stif-tung lasse. . . . Zur Theaterzeit in Berlin im Hotel duNord und gleich in die Oper um Meyerbeer's „Feldlagerin Schlesien" zu hören. Aus dem Brief von ihm," den ichDir schickte, weisst Du, dass ich mich vorher gemeldethatte; auch fand ich ein Balkonbillet im Hotel vor. MeineUeberraschung über das magnifike Opernhaus lässt sichnicht beschreiben. Dieses und die pikante Musik, Costüme,Ballete, Decorationen Hessen mich nicht zu Athem kom-men. Wahrhaft entzückt hat mich Jenny Lind. Sie isteinzig in ihrer Art, und eine Arie mit zwei concertantenFlöten vielleicht das Unglaublichste, was man an Bravourhören kann; ich muss Dir noch viel darüber erzählen.Der arme Meyerbeer musste vom Dirigentenpult an's Bettseiner Tochter Bianca eilen, deren kranker Zustand sichgerade während der Oper bis zur Gefahr gesteigert hatte;so konnte ich 4hn nicht mehr sehen. Alle Freunde habenmich mit offenen Armen empfangen und Niemand begreiftmein Davoneilen. Aber der Zeitaufwand für ein Concertoder das Spielen bei Hof wäre enorm, wie ich aus Meyer-beer's und Graf Redern's Berichten sehe. Der König istnach Strelitz gereist (NB. Rossi's auch), Prinz und Prin-zessin von Preussen durch eine achttägige Reihenfolgevon Bällen und Gesellschaften in Anspruch genommen,der Concertsaal für's französische Theater eingerichtet, istnicht zu haben, der Saal der Singakademie nur nach acht-tägigen Vorbereitungen zu • benutzen, der Director desKönigsstädter Theaters verreist (vielleicht zu meinemGlück, denn es soll schwer sein, mit ihm fertig zu wer-den). Lord Westmoreland und Witzleben verreist, nur JennyLind, die herrliche und doch so bescheidene Sängerin hatteich das Glück, zu Hause zu treffen. Morgen muss ichnoch, um nicht unhöflich zu sein, ein grosser Diner beiGraf Redern mitmachen und dieselbe Nacht geht's fort...."