in "Wien lebt, bleibt ihm keine Zeit zum Brief schreiben,und wir möchten daher seine kurzen Tagebuchnotizenhintereinander folgen lassen, um seine Ansichten über dasMusikwesen Wiens als ein Ganzes aufzustellen.
„Haydn's Jahreszeiten in der Reitschule gehört. DieHasselt-Barth vortrefflich." „Statt Beethoven ist jetzt Doni-zetti die Sonne der Musikwelt. Mich erwärmt sie nicht,leuchtet mir auch nicht voran auf neuer Bahn."... „BeiHof war gestern eine Soiree, wo der Professor Wolff ausJena eine Improvisation sprach; aber Musik hatten sieauch, nämlich Klatke, Künstler auf der Mundharmonika,und Moreau, Künstler auf der Guitarre."... „Frau vonCibbini ist noch aus der guten alten Zeit übrig geblieben— und erst die Baronin Erdmann, geb. Erdödy! Ich liessihr keine Ruhe, sie musste mir Beethoyen's Cis-moll-Sonatevorspielen und es ging noch vortrefflich. Das ist eineinteressante Reliquie des guten Clavierspiels."... „DassFrau von Beer, für die ich als Fräulein Silny mein vier-händiges Rondo in A schrieb, es heute mit mir probirteund Vortreffliches leistete, war eine schöne'Jugenderinne-rung."... „Aloys Fuchs besuchte mich, um mir Händel'sM. S. Cantate con stromenti „Hero und Leander" zu zeigen,1707 in Rom für den Cardinal Ottoboni componirt und imJahre 1834 in Fuchs' Besitz gekommen; Sie fängt an:
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Qual ti ri - veg - go oh Dio.
„Jaell brachte mir seinen zehnjährigen WunderknabenAlfred, der schon Ausserordentliches leistet. Er will meinKindermärchen öffentlich spielen und ich gab ihm einigeAnweisung dazu."... „Nicolai's Oper „Die Heimkehr derVerbannten" gehört. Gut dramatisch, aber zu sehr ita-lienisch abgenützt." ... „Saphir's Concert im JosefstädterTheater. Heindl begann es mit Flöten-Variationen überein Schweizerlied — Furore — Ich spielte Serenade ohneBeifall — Kindermärchen ohne Beifall — Ungarischen