Druckschrift 
2 (1873)
Seite
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auf, öffentliche Diners und Privat-Soireen wechselten mit-einander ab. Noch während der bösen Krankheitszeithatte Moscheies durch die Vermittelung von Bunsen dieErlaubniss bekommen, dem Prinzen Albert seine grosseKlavierschule zu dediciren und an einem von ihm selbstzur Empfangnahme des Dedications-Exemplares anberaum-ten Tage fand Moscheies sich im Palast ein. Von dortaus schreibt er seiner Frau:

Antichambre Buckingham Palace. Es ist I j i nach i Uhr,ich sitze seit 12 Uhr ganz allein in einem Vorzimmer des Pa-lastes und gebe meinen Gedanken Audienz, ohne sie solange warten zu lassen, wie der Prinz mich oder ich meineharrenden Schülerinnen. Die Sonne dringt durch dieSpiegelscheiben und wärmt mich von der einen, ein grossesKaminfeuer von der anderen Seite. Ist das nicht einGaudium? Aber Freiheit! Goldene Freiheit!! hätte ichdich wieder und sässe zu Hause und sähe Dich statt dieserkahlen Wände! Zum Glück fand ich Schreibzeug undkann Dir schwarz auf weiss beweisen, dass ich bei allen

Gelegenheiten an Dich denke___ 2 Uhr. Endlich erschien

Dr. Schenck in meinem Gefängniss und zeigte mir ingrösster Verlegenheit an, dass ich dem Prinzen, der beimeiner Ankunft anderweitig beschäftigt war, durch dieVergesslichkeit eines Pagen nicht zum zweiten Mal ge-meldet worden sei. Der Prinz werde diese Vernachlässi-gung sicher nicht ungerügt vorübergehen lassen. 5 Uhr.Jetzt bin ich wieder in meiner Exil - Wohnung und mussDir das Ende meiner Hof - Geschichte berichten. DerPrinz folgte dem Dr. Schenck auf dem Fuss, machte Ent-schuldigungen und sagte, wie leid es ihm thäte, mir soviel Zeit geraubt zu haben. Er war sehr liebenswürdigund meine Ungeduld verschwunden. Ich überreichte ihmdie Clavierschule, in der er viel blätterte; er meinte, erwerde sich wohl an die leichtesten der Etüden haltenmüssen, worauf ich natürlich erwiderte, er habe nur zubefehlen, wann ich ihm die schweren vorspielen solle.Seine Antwort war freundlich, aber ohne Zeitbestimmung;so hat er keinen Wunsch, sie oder mich zu hören. Ein