Iche reden für sich selbst. Also ich geniesse den Anfangmeiner Feiertage in vollstem Maasse; die reizende Gegend,die wir in aller Ungezwungenheit durchwandern, die Lie-benswürdigkeit unsrer Wirthe, das Glück der Kinder,Alles ist herrlich im Gegensatz zu London und dem Ar-beitsjoch und meine einzige Unterbrechung im Nichtsthundie Beethoven-Skizze....."
Mendelssohn's Unwohlsein bleibt eine Sorge, dochwird sie endlich durch einen Brief von ihm gehoben. Erdarf kommen, er kommt im September, das ist einegrosse Freude. Vor seiner Ankunft wird in den Hano-ver Square-Rooms bei verschlossenen Thüren eine Probeseines „Lobgesangs" gehalten. Moscheies schreibt dar-über: „Die Composition hatte grossen Reiz für mich,aber ich will sie, wie genau ich sie auch kenne, noch ein-mal mit Orchester hören, ehe ich Ihnen ausführlich dar-über schreibe. Obschon Knyvett als Conductor und F.Cramer als Vorgeiger engagirt sind, ersuchten sie michdoch einstimmig, mich in die Mitte des Orchesters nebenden Organisten zu setzen und von da aus consultirten siemich über alle Tempo's; ich gab also eigentlich, wie einGeneral in seinem Zelte die Operationsbefehle, hütete michjedoch vor dem Ansehen, als wollte ich in das Amt desbestellten Conductors greifen. Dennoch sagt die redseligeMorning - Post, die Probe sei unter meiner und Kny-vett's Leitung gehalten worden." Ein anderer Brief vonMoscheies aus London, 17. September an die Schwäge-rin sagt:
„Ich möchte Dir gern viel Interessantes und Hübschessagen, und da ist gleich das Interessanteste Prinz LouisNapoleon; ich bedauere ihn um so mehr, als ich ihn per-sönlich nur als den höflichen, feinen, jungen Mann kenne.Dass er dergleichen politische Unternehmungen vor hatte,sah man ihm freilich nicht an; nun sind sie gescheitert.Es stehen noch dunkle Wolken am politischen Horizont,aber mir kommen sie jetzt nicht so drohend vor. Ich habemehr als gewöhnlich den Zankapfel der Staaten unter,sucht; gegen Mohammed Ali finde ich sie, unter uns ge-