Druckschrift 
2 (1873)
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

___ 1 r___

35

treten befestigte, Moscheies sich der günstigsten Aufnahmeseines neuen Concertes zu erfreuen. Von da an wirktenbeide Künstler oft zusammen. Bei Sir W. Curtis, demgrossen Amateur-Cellisten für Mad. Dulcken, die in sei-nem Salon eine Soiree gab, bei * * *, wonoch eheunsre Kreutzer-Sonate verhallt war, schon eine Quadrilleerscholl und endlich am liebsten im eigenen Hause, vorund mit andern Künstlern, denn nur da erquickt und be-geistert die Musik". Die Frau schreibt:Heute soll ichEuch berichten, dass Moscheies sein Concert mit Davidzusammen geben will; dieser hätte ihn zwar auch so un-terstützt, doch zog Moscheles es vor, ihn als Mit-Unter-nehmer zu haben, weil er ihm dadurch seine hohe Achtungals Künstler kund geben wollte. Manche Concertgeberlassen ihren Saal durch die italienischen Sänger füllen,sie selbst sind nur Nebenpersonen in ihrem kostspieligenConcertdrama; Moscheies wollte weder so eine untergeord-nete Rolle spielen, noch so ganz seinem eigenen Kunst-streben zuwiderhandeln; nun hat er an David einen mäch-tigen Bundesgenossen in deutscher Schule gefunden unddas freut ihn doppelt, weil er dadurch seinem Publicumzeigt, dass auch er darauf bedacht ist, ihm eine Novitätzu bringen, nur eine von gediegenem Werthe". Späterschreibt sie:Dieser Brief ist eine Concert-Depesche. Esist glorreich vorüber, der Saal auch ohne italienischeSänger vortrefflich gefüllt, der russische Grossfürst hattesich zwei Billete holen lassen, Prinz Napoleon war in denstalls". Moscheies spielte als neue Composition sein Pasto-ral-Concert, Mendelssohn dedicirt, das sehr beifällig auf-genommen wurde.

Deutsche und französische Künstler", schreibt Mo-scheies,letztere mit untadelhaften Handschuhen, treffenbei uns mit englischen Freunden zusammen und die Mu-sik bildet eine Verbindungsbrücke zwischen den verschie-denen Nationalitäten. Könnte ich nur immer Componistenund Verleger verbinden! Eben jetzt z. B. ist mir's betrübt,dass ich die Publication von Bernhard Romberg's Violon-cell-Schule nicht vermitteln konnte. Die Modewaaren sei-