nach denen Ihr fragt, öind in dieser Herbstzeit grade aus-reichend, um Bäcker und Schuhmacher zu bezahlen".
Eine Notiz aus einem anderen Brief gehört hieher:„Ich empfehle Ihnen eine kleine Brochüre von Ries undWegeier über Beethoven, so eben bei Bädeker in Coblenzerschienen. Sie lässt ganz in das wunderbare Leben undWirken Beethoven's blicken und ich halte Alles darin fürauthentisch. Nur schade, dass seine letzten Briefe nicht com-pletirt sind, indem sie mit denen an Ries schliessen, nachwelchen seine Correspondenz mit mir anfing. Auch muss ichSie auf die 50. Seite aufmerksam machen, wo Beethovensagt, dass er seine letzte Symphonie mit Chören dem Königvon Preussen gewidmet und ihm sein Manuscript geschickthabe. Trotzdem habe ich bei allen drei Aufführungen derneunten Symphonie, welche ich in diesem Jahre dirigirte,eine von Beethoven's Hand corrigirte Partitur gehabt,und der Titel ist auch von ihm selbst hineingeschrieben.Er lautet „Neunte Symphonie, componirt für die Philhar-monische Gesellschaft in London von Beethoven".
In einem andern Brief schreibt er: „Wir wollen jedenSonnabend Kammermusik machen, wobei auch E. mit-wirken soll. Der fleissige Cellist Hausmann wird uns eineStütze dabei sein. Gleich am ersten Abend spielt E. daserste und zweite Stück des Mozart'schen Es-dur Quin-tetts". „Sie hat es in drei Tagen einstudirt", schreibt derglückliche Vater, „und hat viel natürliche Begabung".
Er selbst spielt Beethoven's grosse Sonate Op. 102 undsagt: „Mit dieser sehr gelehrten Fuge bin ich nicht ganzeinverstanden; mir ist Beethoven's Genialität mehr werth,als seine Gelehrsamkeit". Später spielt er Schubert's neueTrio's in E und B „mit vortrefflicher Factur und schönenGedanken, nur mitunter ein bischen zu gedehnt".
Einmal sagt das Tagebuch: „Gestern brachte unserSonnabend einige wenig interessante Ensembles, abereinerlei, wir müssen alle Novitäten durchgehen; spielenwir doch immer die classischen Werke mit dabei". Esgab auch zwei herrliche Mendelssohn - Sonnabende, einenfür den ganzen Paulus, den andern für Ciaviermusik. „Ich