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ein Concert vor leeren Bänken gegeben. Zum Glück warenvon einigen Beethoven - Verehrern Ueberzahlungen einge-gangen, welche die Kosten deckten. Die hochfahrendenVersprechungen aber, die Lord B. dem Bonner Comitegemacht, mussten in einem Entschuldigungsbrief an denBaron Schlegel verdampfen.
Die neunwöchentlichen Ferien wurden wieder sehrglücklich mit den Hamburger Verwandten verlebt undzwar in Flottbeck, einem der schönsten Punkte an der
j Elbe. Dort wurden zwei Etüden componirt, dort im Parklustwandelnd, entstanden die Vorrede und die charakte-ristischen Bezeichnungen dieser 12 grossen Etüden, die im
i Laufe des Winters herauskamen. Moscheies schickte diein diesen Etüden enthaltene Fuge in Es an Schumann, mit
.dem er viel correspondirte. Zum Leidwesen der Gattenwar Mendelssohn in ihrer Abwesenheit erst in London,dann in Birmingham, wo er beim Musikfest seinen Pauluszur Aufführung brachte; man weiss mit welchem Erfolg.— Das Haus Cramer unterhandelte neuerdings wegen derEdition der Beethoven'schen Werke und bewilligte Mo-scheies J / 5 Antheil an seinen neuen Compositionen, wasLU dieser einem Honorar vdrzog.
Bei der Rückkehr nach London waren Neukomm,Benedict und Thalberg in der herbstlich leeren Stadt unddiesen, so wie dem Freunde Klingemann stand das Mo-scheles'sche Haus stets offen; es war wie immer ein musi-kalisch belebtes, da der Hausherr fast jede Woche einengenussreichen Quartett Abend gab. Eine Haupt-Beschäfti-gung blieb aber das Durchspielen aller alten und der älte-sten , aller neuen und der neuesten Musik, denn bei Be-ginn des Jahres 1838 sollten historische Soireen für Clavier-Musik von Moscheies gegeben werden, und bei dem Reich-thum von Sachen hiess es, Vieles durchgehen, um Einigeszu wählen.