— 3og —
danken, dass Sie uns diese Freude durch Ihr Zureden ver-schafft. Hoffentlich danken Sie es mir auch, dass ichMoscheies bewogen, nach einer durchreisten Nacht nichtschon heut Abend in einem Beiwagen weiter gereist zusein, sondern erst morgen Abend im Postwagen selbst,seinen Platz zu nehmen. Leben Sie wohl und bleiben Siemir freundlich gewogen."
AVährend dieses kurzen Aufenthalts ward MoscheiesZeuge von Felix' kindlich heiterem Uebermuth, von seinerGlückseligkeit im Zusammensein mit der Familie. EinBrief, den Moscheies, seiner Gewohnheit getreu, Abendsvor dem Schlafengehn seiner Frau schreibt, sagt: „Wirhaben uns musikalisch herumgetummelt. Erst spielte ichmit Felix Mozart's Duett in D für zwei Claviere und meinHommage ä Händel. Dann überliessen wir uns allen mög-lichen musikalischen Extravaganzen, phantasirten zugleichund abwechselnd auf zwei Ciavieren — eine geistige Erstür-mung. Ich spielte noch Felix' Rondo brillant in Es und meinConcert fantastique, er die Orchesterbegleitung dazu. Seine„Lieder ohne Worte" spielten wir abwechselnd und dannkamen allerlei musikalische Scherze an die Reihe. FannyHensel machte mir grosse Freude durch das Vorspielenihrer Compositionen. Felix und ich blätterten viel inseiner Sammlung alter Musik. Genug, diese Stunden werdenmir unvergesslich bleiben und ich trenne mich nur ungernvon meinen liebenswürdigen Wirthen, um hie und da Be-suche zu machen."
Der Diebstahl, der im Jahre 1823 an Moscheies verübtworden war (s. S. 77) sollte bei diesem Berliner Aufenthaltwieder zur Sprache kommen. Zwar hatte der Thäter, derjunge Literat G. schon im Jahre 1825 eingestanden, dasser den Koffer, den Moscheies beim Verleger Schlesingerzurückliess, als er zum ersten Mal nach London ging, er-brochen, die Werthsachen entwendet hatte. Das schriftlicheBekenntniss, das er damals ablegte, sprach von tieferReue und Beschämung, und wie Moscheies' Edelmuth, der