Probedruck probirte, aber auf eine komische Art. Er hatja nur den Erard; da fiel ihm ein, dass er durch die Thüre,die sein Zimmer von dem seiner Nachbarin, einer ält-lichen Frau trennt, zuweilen ein Ciavier gehört habe; einnicht leicht zu versetzender Schrank steht vor dieser Thür.Er ging zu ihr, erbat sich die Erlaubniss, in ihrem Zimmerzu spielen, während ich es in dem seinigen thäte; sie wurdeihm gern ertheilt. Die Thüren wurden geöffnet, aber derSchrank blieb stehen, die Instrumente stimmten zufällig,und das Ding ging prächtig. Kistner und ein OrganistReichard waren dabei und schienen sehr erfreut. Wirhaben uns nun fest entschlossen, dieses Stück bei meinemConcert zu spielen. Unter-den neuen Sachen, die ichwieder von Felix hörte, sind zwei Clavier-Capricen und eineFuge in schnellem Tempo in F-moll, die alle vortrefflichin ihrer Art sind. Bei Hauser (dem Basssänger am Thea-ter und Felix' intimer Freund) assen Avir zu Mittag undunterhielten uns wieder nach Tische ernst und launig anseinem Streicher, den er mir zum Concert leiht. Felixspielte mir ein Concert von J. S. Bach aus Hauser's schönerSammlung vor; dann sang dieser ein gar drolliges Liedvon dem alten Componisten Hiller, worin das Wort Naseeine Hauptrolle spielt; ich will's Dir abschreiben und mit-bringen (Hauser wünschte es selbst zu thun, und sandtees der Frau, die es noch besitzt). Ich führte dieMutter und Regina in's Abonnementconcert und blieb denganzen Abend bei ihnen. Felix wurde sehr gut empfangen.Seine Meeresstille war köstlich und ward mit grossem Bei-fall aufgenommen. Vom Uebrigen mündlich. Nach demConcert brachte ich meine Damen vergnügt nach Hause,traf Felix und Hauser beim Souper im Hotel, begleitetedann Beide bei klarem Mondschein über den Wall nachHause, und jetzt sage ich Dir gute Nacht."
5. October x / 2 n Uhr Nachts: „Ich betrete eben meinZimmer, welches ich seit heute früh nicht gesehen habe.