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1 (1872)
Seite
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Arien, Chören und Ensembles mit Sprüngen von der an-tiken Welt in die moderne, und umgekehrt.

Für den vierten Tag hatte die Königin die Auffüh-rung desMessias" angeordnet (wie dieselbe schon 1784von der Königin Charlotte angeordnet worden war). Einemdeutschen Musiker konnte es nur natürlich erscheinen,dass sich das Hauptinteresse auf dieses grossartige Werkconcentrirte; die Karten zur Aufführung, sowie zu denProben waren bald vergriffen und das Publicum suchtesich deren wieder durch hohe und höhere Preise zu be-mächtigen. Auch war kein leeres Fleckchen in der Abteiund die Aufmerksamkeit eine wahrhaft religiöse zu nen-nen. Die Times, die nie die Geschmacklosigkeit der zer-stückelten Werke in den vorhergehenden Tagen diesesMusikfestes gerügt, fand es doch am Platze, eben jetzt,am Schlüsse des Festes den Rath zu ertheilen:manwürde den Effect solcher Aufführungen noch erhöhen, in-dem man die Oratorien ganz im Geiste des Componisten,d. h. unzerstüekelt wiedergäbe." Moscheies schreibtdarüber:Der Rath kam für diesmal freilich zu spät, esversteht sich, dass dem deutschen Musiker gar Manchesin diesen Programmen anstössig war, doch blieb der To-taleffect ein so grossartiger, dass es undankbar gewesenwäre, Einzelheiten zu grell zu beleuchten. Die im eng-lischen Nationalcharakter liegende Pietät fand in diesengeheiligten Räumen in diesen für sie geschriebenen Wer-ken neue Nahrung und drückte sich in der gehobenenStimmung der Menge aus. Die Abtei hatte ihr Festge-wand, die Damenwelt ihren Schmuck angelegt, aber fest-licher noch war es in den Gemüthern; ein Zug von Ehr-furcht ging durch diese heterogenen Massen, beredterals Bravoruf oder Händeklatschen. Auch sah man indem täglich anwesenden Königspaar die Träger einesgrossen Wohlthätigkeitswerks, das von der Nation ge-bührend unterstützt wurde. Ich weiss nicht wieso, aberdas Alles habe ich in dem Verhalten der anwesendenMenge gelesen; nennen Sie es meine Einbildung, wenn Siewollen."