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getreu überliefern können. „Händel", hiess es, „hat das Ora-torium in England eingeführt. Was Wunder, dass man diesFest nach ihm benennt, es in die Westminster-Abtey ver-legt, wo seine irdischen Ueberreste beigesetzt sind, undseine Manen dem Feste die rechte Weihe geben werden?"Ferner ward der früheren londoner Musikfeste unter demKönig Georg III. in den acht Jahren 1784 bis 91 gedacht,alle zu wohlthätigen Zwecken und mit einer Totalein-nahme von £ 50,000 abgehalten; es ward auch des Erb-theils erwähnt, das Händel der „Society of decayed musi-cians and their families" hinterlassen, und nun der jetzigeKönig William IV. und seine Gemahlin Queen Adelaiderühmend genannt, da sie zuerst nach fünfzig Jahren diesneue Fest zu ähnlichen wohlthätigen Zwecken unter Zeich-nung reicher Gaben in Anregung gebracht und dadurchden Adel des ganzen Landes zu ähnlicher Betheiligungveranlasst hatten.
Ueber das Fest selbst schreibt Moscheies an die Ver-wandten: „Das Fest fand im Schiff der Kirche statt, dasmit starken Holzdielen überdeckt war. An einem Endeder Abtei erhob sich die königliche Loge, mit dem Wap-pen, der Rose und andern Emblemen und Orden, kunst-voll geschnitzt auf azurblauen Feldern. Die Loge warmit ihren schweren, kirschrothen Atlasvorhängen, reichenVerzierungen und üppigen Sammetteppichen und Kissenvon oben erhellt. Gleich unter der königlichen Logesassen unter einem Thronhimmel die Directoren des Festes.Das Publikum hatte diesmal, wie 1784, die amphitheatra-lischen Sitze inne, welche bis an die Capitäle der Pfeilerreichten. 2700 Personen fanden dort Platz; es gab Sitzezu 2 Guineen, der Rest zu 1 Guinee. Diese Sitze, rothbeschlagen, mit goldgelber Ausschmückung, ferner dieweiss-goldenen Leiern auf rothen Draperieen rings an denWänden waren geschmackvoll und malerisch. Der könig-lichen Loge gegenüber war diesmal, wie früher, das Or-chester aufgebaut und zwar in folgender Weise: Vorndie Solosänger, dann der kleine Chor, vierzig Personenstark, unmittelbar neben ihm ein Flügel für den Dirigen-